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Serbiens Ministerpräsident Dacic liegt viel an einem guten Verhältnis zu Brüssel.
Serbiens Ministerpräsident Dacic liegt viel an einem guten Verhältnis zu Brüssel.(Foto: picture alliance / dpa)

Offizielle Gespräche: Serbien geht auf Kosovo zu

Im schwierigen Verhältnis zwischen Serbien und dem Kosovo bahnt sich eine Verbesserung an: Zum ersten Mal seit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der südserbischen Provinz entsendet Serbien einen diplomatischen Vertreter nach Pristina. Dazu läuten die Regierungschefs beider Streitparteien ihre Gespräche mit einem hochsymbolischen Akt in Brüssel ein. Kein Wunder - denn an guten Beziehungen zur EU ist beiden gelegen.

Serbien hat seinen Chefunterhändler für das Kosovo zum ersten diplomatischen Vertreter in Pristina seit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der südserbischen Provinz im Februar 2008 benannt. Ein Regierungssprecher sagte am Montag, Aufgabe des 33-jährigen Dejan Pavicevic sei "die Erleichterung der Kommunikation und die Umsetzung der Vereinbarungen" zwischen Belgrad und Pristina. Der Jurist hat seit der Aufnahme des von der Europäischen Union vermittelten Dialogs zwischen beiden Seiten im März 2011 für Serbien verhandelt.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Kosovo-Regierung den Karrierediplomaten Lulzim Peci zu ihrem Vertreter in Belgrad ernannt. Die beiden Kontaktoffiziere werden ihre Büros bei den EU-Vertretungen in Pristina und Belgrad haben. Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Kosovo und die Autorität der Regierung in Pristina weiterhin nicht an. Gespräche zwischen den Regierungschefs Serbiens und des Kosovo, Ivica Dacic und Hashim Thaci, sollen noch diesen Monat wieder aufgenommen werden.

Hochsymbolisches Treffen

Davor soll am Mittwoch in Brüssel ein hochsymbolisches Treffen zwischen den Präsidenten Serbiens und des Kosovo, Tomislav Nikolic und Atifete Jahjaga stattfinden. Die Begegnung unter der Schirmherrschaft der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton ist die erste dieser Art seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo. Beide Seiten haben sich bislang unter Vermittlung der EU unter anderem mit Grenz- und Zollfragen befasst. Im vergangenen Dezember einigten sie sich auf die Einrichtung mehrerer gemeinsamer Grenzposten.

Fortschritte in der Normalisierung der Beziehung zwischen Serbien und dem Kosovo sind eine Voraussetzung für den Start von Beitrittsverhandlungen Serbiens mit der EU. Auch die Führung in Pristina strebt eine engere Bindung an die Europäische Union an.

Quelle: n-tv.de

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