Politik
Montag, 21. Mai 2012

IAEA meldet "sehr gute Gespräche": Sieben gegen den Iran

Gibt es endlich eine Entspannung im Streit um das iranische Atomprogramm? Vor einer großen Verhandlungsrunde am Mittwoch schlagen beide Seiten versöhnliche Töne an. In der Sache gibt es aber bislang wenig Bewegung.

Yukiya Amano (links) schüttelt seinem Verhandlungspartner Said Dschalili die Hand.
Yukiya Amano (links) schüttelt seinem Verhandlungspartner Said Dschalili die Hand.(Foto: dpa)

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, hat sich zufrieden über seine Gespräche mit hohen Vertretern der iranischen Führung geäußert. Die Gespräche seien "sehr nützlich und intensiv" gewesen und hätten in einer "guten Atmosphäre" stattgefunden, sagte Amano laut einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens. Auch die iranische Seite zeigte sich zufrieden mit den Verhandlungen. In der Sache gab es jedoch keine Einigung. Vor allem die Forderungen nach einer Besichtigung der iranischen Atomanlagen und direkten Gesprächen mit Forschern aus dem Golfstaat blieben unerfüllt.

Er gehe aber davon aus, dass diese Gespräche einen "positiven Effekt" auf die bevorstehenden internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm am Mittwoch in Bagdad hätten, sagte Amano laut Staatsfernsehen. Auch der iranische Unterhändler Said Dschalili sprach von "sehr guten Gesprächen". Der Chef der iranischen Atombehörde, Fereidun Abbasi Dawani, lobte eine "offene Atmosphäre". Es war der erste Besuch Amanos in Teheran seit seinem Amtsantritt als IAEA-Chef.

Am Mittwoch sitzt auch Deutschland mit am Verhandlungstisch

Am Mittwoch treffen sich die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates, also USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China, in Bagdad zu Verhandlungen mit dem Iran über sein Atomprogramm. Außerdem sind Deutschland und die Europäische Union dabei. Die Gespräche gelten als Versuch, mögliche Militärschläge Israels auf die iranischen Atomanlagen abzuwenden. Mehrere westliche Regierungen verdächtigen den Iran, unter dem Vorwand eines zivilen Atomprogramms heimlich an der Entwicklung einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück.

Ein EU-Diplomat sagte, der Westen hoffe darauf, dass der Iran sich einverstanden erkläre, die Urananreicherung auf 20 Prozent zu stoppen. Er mahnte zudem zur Eile. "Die Anreicherung läuft weiter, während wir reden", sagte der Diplomat. Das Treffen in Bagdad müsse konkrete Ergebnisse liefern.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu appellierte an die westlichen Mächte, Teheran gegenüber keine Schwäche zu zeigen. Der Iran "will Israel zerstören und entwickelt Atomwaffen, um dieses Ziel zu verwirklichen", sagte Netanjahu. "Der Iran bedroht Israel und den gesamten Weltfrieden." Angesichts der zerstörerischen Absichten Teherans müssten die führenden Weltmächte "Entschlossenheit und keine Schwäche zeigen", forderte der Regierungschef.

Quelle: n-tv.de

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