Lafontaine und WisslerIst das die neue Linken-Spitze?
Die "Bild"-Zeitung befeuert die Debatte über die künftige Führungsspitze der Linkspartei mit frischen Spekulationen. Angeblich werden sich der saarländische Linkenchef Lafontaine und die hessische Fraktionschefin Wissler das Amt teilen. Doch noch dementiert die Partei diese Personalentscheidung.
Kehrt Oskar Lafontaine in die Bundespolitik zurück? Löst eine noch weitgehend unbekannte Landespolitikerin Gesine Lötzsch an der Spitze der Partei ab? Zeitungsberichte legten zuletzt nahe, dass die Wahl des künftigen Führungsduos der Linken längst entschieden ist. Jetzt dementiert die Partei die Spekulationen.
Ein bundespolitisches Comeback des saarländischen Linke-Fraktionschefs Oskar Lafontaine ist nach Parteiangaben weiterhin offen. "Es gibt keine Absprachen zur künftigen Parteiführung", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende und saarländische Landtagsabgeordnete Heinz Bierbaum. Auch die hessische Fraktionschefin Janine Wissler stehe nicht als Kandidatin fest.
"Die Partei macht Wahlkampf. Die Besetzung der Ämter an der Parteispitze klären wir demokratisch und transparent nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen. So lautet die gemeinsame Verabredung, und dabei bleibt es", sagte Bierbaum.
Lötzsch nicht erfolgreich und Bartsch nicht beliebt genug
Zunächst berichtete der "Spiegel", dass Lafontaines Rückkehr an die Parteispitze schon sei. Das griff auch die "Bild"-Zeitung auf und fügte der Debatte den Namen Janine Wissler hinzu.
Laut dem Blatt will Lafontaine auf dem Bundesparteitag der Linken im Juni in Göttingen für den Parteivorsitz kandidieren. Nach Informationen der Zeitung würde dann Wissler seine Co-Vorsitzende werden. Lafontaine und Wissler würden das Führungsduo Klaus Ernst und Gesine Lötzsch ablösen.
Lafontaine selbst hält sich bislang bedeckt zu seinen Plänen. Der Saarländer gilt als Gründungsvater der 2007 aus ostdeutscher Linkspartei/PDS und westdeutscher WASG hervorgegangenen gesamtdeutschen Linken. Im Mai 2010 hatte sich der 68-Jährige wegen eines Krebsleidens vom Parteivorsitz zurückgezogen. Für die Vorstandswahl der Linken haben bislang nur Parteichefin Lötzsch und Bundestags-Fraktionsvize Dietmar Bartsch ihre Kandidatur angekündigt.
Lötzsch macht die Parteibasis für etliche Wahl-Niederlagen verantwortlich. Bartsch ist vor allem im Osten beliebt. Ihm wird aber eine Fehde mit dem deutlich beliebteren Lafontaine nachgesagt.