Politik
Das Schnellboot S73 "Hermelin" im Hafen von Limassol auf Zypern (Archivbild).
Das Schnellboot S73 "Hermelin" im Hafen von Limassol auf Zypern (Archivbild).(Foto: dapd)

Übergriff angeblich nicht rassistisch: Soldaten attackieren Chef

Eine Gruppe von Soldaten der deutschen Marine überfällt im Hafen von Beirut einen Vorgesetzten und schreibt "Hier wohnen die Mongos" auf seine Haut. Der Bootsmann ist thailändischer Herkunft, einen rassistischen Hintergrund des Übergriffs schließt die Bundeswehr aus.

Auf einem Schiff der deutsche Marine hat sich ein gewalttätiger Übergriff auf einen Vorgesetzten ereignet. Mindestens vier Obermaate zogen am 15. Februar auf dem Schnellboot "Hermelin" einen ihnen vorgesetzten Bootsmann aus seiner Koje, fixierten ihn mit Tape und einem Spanngurt auf einem Tisch und bemalten ihn, wie das Einsatzführungskommando in Potsdam mitteilte.

Gegen die vier Soldaten und mögliche weitere Beteiligte werde ermittelt. Der Fall, der sich im Hafen von Beirut ereignet habe, sei an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, schrieben die Tatverdächtigen dem nur mit einer Unterhose bekleideten Bootsmann die Worte "Hier wohnen die Mongos" auf die Haut. Bei dem Bootsmann handelt es sich um einen Deutschen thailändischer Herkunft. Auf die Frage, ob es Erkenntnisse zu einer fremdenfeindlichen Motivation der Angreifer gebe, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Zeitung: "Alle Ermittlungen, die wir geführt haben, haben ergeben, dass der Vorfall nichts mit einem ausländerfeindlichen Hintergrund zu tun hat."

Zwei der Soldaten sollen demnach von der Aktion Bilder mit ihren Mobiltelefonen gemacht haben. Diese sollen auf Befehl gelöscht worden sein, heißt es in dem Bericht. Die vier Verdächtigen seien bereits zurück nach Deutschland geschickt worden.

Nach Informationen der SZ wurden insgesamt mindestens 13 Personen vernommen. Angesichts einer vorgesehenen Besatzung von 36 Mann auf dem begrenzten Raum des knapp 60 Meter langen Bootes wird demnach auch für möglich gehalten, dass weitere Soldaten den Vorfall durch "aktives Wegsehen" begünstigt haben könnten.

Quelle: n-tv.de

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