Politik
Jens Spahn ist die Hipster-Kultur ein Dorn im Auge.
Jens Spahn ist die Hipster-Kultur ein Dorn im Auge.(Foto: dpa)
Mittwoch, 23. August 2017

Isolation durch Sprache: Spahn beklagt Hipster-Parallelgesellschaft

Für Jens Spahn hat das Hipstertum vor allem negative Auswirkungen. Das mache sich besonders in der Sprache deutlich und führe dazu, dass sich "elitäre" junge Menschen von der Gesellschaft abschotten.

Die Hipster-Bewegung in Großstädten birgt laut CDU-Politiker Jens Spahn Gefahren. Die größte davon sei, dass sich eine Subkultur bilde, die sich durch ihre Sprache von der Gesellschaft isoliere. Das sagte Spahn im Interview mit der "Zeit".

"Das bloße Verwenden einer anderen Sprache ist kein Ausweis von Internationalität, sondern zeugt von provinzieller Selbstverzwergung", geht er besonders hart mit der von ihm nicht sonderlich geliebten Modeerscheinung ins Gericht. Dabei geht es Spahn vorwiegend um "uns Deutsche". Es sei eine "anbiedernde Bereitschaft, vorschnell und ohne Not die eigene Muttersprache hintanzustellen - selbst in Situationen, wo das gar nicht nötig wäre."

Die Sprache stelle dann auch eine Art Barriere dar. Opfer der "elitären Hipster" seien sowohl diejenigen Deutschen, die des Englischen nicht mächtig seien, als auch Zuwanderer. "Es ist doch absurd: Wir verlangen von Migranten mit Recht, dass sie Deutschkurse absolvieren, um sich zu integrieren. Währenddessen verlegen sich die Großstädte hipsterhaft aufs Englische und schotten sich so vom Otto Normalverbraucher ab."

Hipster bilden elitäre Kultur

Das "Hipstertum" ist in erster Linie eine Art Geisteshaltung, drückt sich im Lebensstil aus und ist oft mit einem ausgeprägten Modestil verbunden. Hipster lehnen die Haltung von Mainstream-Konsumenten ab. Spahns Lieblingsbeispiel für den negativen Einfluss durch Hipster bleibt die Hauptstadt. "In Berlin hat sich eine völlig neue Form von Parallelgesellschaft entwickelt: Junge Leute aus aller Welt, die unter sich bleiben". Schon vor Wochen hatte sich das CDU-Präsidiumsmitglied darüber aufgeregt, dass es in Berlin Restaurants gebe, in denen ausschließlich englisch gesprochen werde.

Dass sich "höfische elitäre Kulturen" durch Sprache abgrenzen würden, sei nichts neues, so Spahn. Bereits im 18. Jahrhundert sei an allen europäischen Höfen französisch gesprochen worden. Die Verwendung der Fremdsprache diente der bewussten Abgrenzung zu den Unkundigen in den anderen Klassen - und genau das würde man heute in den "Biotopen unserer Großstädte" in einer neuen Form erleben.

Sowohl in deutschen, als auch in europäischen Großstädten sei die Verwendung der englischen Sprache allgegenwärtig. Für Spahn ist das kein Zeichen von Weltoffenheit, sondern "das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen