Rückkehr als Parteichef?Spekulationen über Lafontaine
Der krebskranke Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, wird voraussichtlich sein Amt weiter ausüben. "Die Zeichen sprechen für eine Rückkehr", berichtet ein Mitglied der Parteiführung.
In der engsten Parteiführung werde damit gerechnet, dass Lafontaine weiterhin Bundesvorsitzender bleibe, schreiben "FR" und "Spiegel". Er werde zu einer Zusammenkunft der Bundestagsfraktion am 11. Januar erwartet, wo er sich zu seiner politischen Zukunft äußern wolle. Ein Fraktionssprecher wollte das nicht bestätigen. Der Termin stehe noch nicht fest.
Linksfraktions-Chef Gregor Gysi sagte der "Welt" über Lafontaine: "Natürlich kehrt er zurück. Aber ich gebe zu, dass da auch die Hoffnung ein schweres Gewicht hat. Gesundheit und Familie haben Vorrang." Er hoffe aber, dass Lafontaine bundespolitisch engagiert bleibe. "Wir sind für Anfang Januar verabredet, da werden wir alles besprechen."
Der 66-jährige Lafontaine, der auch Bundestagsabgeordneter ist, war am 19. November wegen seiner Krebserkrankung operiert worden und hatte seitdem keine öffentlichen Termine mehr wahrgenommen. Er hatte damals angekündigt, "zu Beginn des neuen Jahres" unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes und der ärztlichen Prognosen darüber zu entscheiden, "in welcher Form ich meine politische Arbeit weiterführe". Lafontaine hat sich laut "Frankfurter Rundschau" bereits in der vergangenen Woche wieder in der Linksfraktion im saarländischen Landtag blicken lassen, deren Vorsitzender er ist.