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Fester Bestandteil des Sicherheitskonzepts: Spürhunde sind auch bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Einsatz.
Fester Bestandteil des Sicherheitskonzepts: Spürhunde sind auch bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Einsatz.(Foto: picture alliance / dpa)

Gefährliches Manko bei Ausbildung: Spürhunde riechen nicht jeden Sprengstoff

Die Paris-Attentäter verwendeten für ihre Anschläge hochexplosives Acetonperoxid. Würde der in Deutschland eingesetzt - die Spürhunde der Bundespolizei würden es nicht bemerken. Seit mehreren Jahren wird der Sprengstoff in der Ausbildung ausgespart.

Die Spürhunde der Bundespolizei können den gefährlichen Sprengstoff Acetonperoxid derzeit nicht erkennen. Das gehe aus einem internen Polizeischreiben hervor, aus dem das Nachrichtenmagazin "Spiegel" zitiert. Die Hunde würden seit 2013 nicht mehr auf das hochexplosive Gemisch abgerichtet. Bei den Anschlägen von Paris im vergangenen November setzten die Terroristen jedoch genau diesen Sprengstoff ein. Ein Sprecher der Bundespolizei wollte den Bericht nicht kommentieren.

Man wolle "aus einsatztaktischen Gründen" keine Angaben dazu machen, welche Stoffe von Sprengstoffspürhunden entdeckt werden könnten und welche nicht. Gegenüber dem Magazin hatte das Bundespolizeipräsidium aber darauf hingewiesen, dass bei "hochbrisanten, nicht handhabungssicheren Stoffen" eine Gefährdung von Beamten und ihren Spürhunden "möglichst zu vermeiden" sei. Experten forderten angesichts der erhöhten Anschlagsgefahr in Deutschland ein "sofortiges Umdenken".

Erst Mitte Januar hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Bericht des Bundesinnenministeriums von einer erhöhten Anschlagsgefahr in Deutschland berichtet. Deutschland sei demnach erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt nach dem Vorbild der Anschläge in Paris, hieß es.

Quelle: n-tv.de

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