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Alberto Nisman untersuchte jahrelang den Bombenanschlag auf Amia und galt als integerer Staatsanwalt.
Alberto Nisman untersuchte jahrelang den Bombenanschlag auf Amia und galt als integerer Staatsanwalt.(Foto: picture alliance / dpa)

Vorwürfe gegen argentinischen Staat: Staatsanwalt: Nisman wurde ermordet

Alberto Nisman wirft der argentinischen Regierung vor, im Gegenzug für Öllieferungen hohe iranische Politiker zu schützen, die als Drahtzieher eines Bombenanschlags gelten. Stunden vor seiner Enthüllung stirbt der Staatsanwalt unter mysteriösen Umständen.

Der verstorbene argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman, der den Bombenanschlag auf die jüdische Wohlfahrtsorganisation Amia in Buenos Aires mit 85 Toten im Jahr 1994 untersuchte, wurde nach Einschätzung eines Staatsanwalts wahrscheinlich getötet. Er vertrete die Hypothese, dass Nisman im Januar 2015 Opfer eines Tötungsdelikts geworden sei, schrieb der Staatsanwalt eines Berufungsgerichts, Ricardo Saénz, in einer Zusammenfassung, die am Donnerstag öffentlich gemacht wurde. Saénz war von Nismans Familie um eine Untersuchung des Falls gebeten worden.

Nisman hatte 2007 Haftbefehle gegen den früheren iranischen Präsidenten Ali Akbar Haschemi Rafsandschani und andere hohe Politiker im Iran beantragt. Im Jahr 2013 einigten sich der Iran und Argentinien aber darauf, eine gemeinsame Untersuchungskommission zu dem Fall einzurichten. Nisman warf der damaligen argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner daraufhin vor, im Gegenzug für Öllieferungen und Handelsvorteile die iranischen Verdächtigen zu schützen.

Nisman wurde tot in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden - wenige Stunden vor einer geplanten brisanten Anhörung im Parlament, in der er der Präsidentin vorwerfen wollte, seine Ermittlungen zu behindern. Seine Leiche wies eine Schusswunde auf, neben Nisman lag ein Revolver.

Die Ursache von Nismans Tod wird von der Richterin Fabiana Palmaghini untersucht. Saénz forderte, ihr den Fall zu entziehen und ihn einem Bundesgericht zu übertragen, sollte sich ein Verbrechen nachweisen lassen.

Quelle: n-tv.de

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