Samstag, 13. Dezember 2008
Willkommen in der Realität: "Stasi" bei Hessens Linken
Dutzende Mitglieder der hessischen Linken drohen wegen "Stasi-Machenschaften" in der Partei mit ihrem Austritt. In internen Schreiben hätten sie über Demokratiedefizite und Zentralismus geklagt, schreibt "Der Spiegel".
Außerdem würden Versammlungen des Landesverbands beeinflusst oder manipuliert, Mitgliederlisten geheim gehalten und Genossen bespitzelt, zitiert der "Spiegel" die Vorwürfe. Zu den Kritikern gehört nach den Angaben das Landesvorstandsmitglied Martina Walter.
"Ehrabschneidend"
Die hessische Linke wies die Vorwürfe zurück. "Jegliche Vorwürfe von "Stasi-Machenschaften" sind falsch und ehrabschneidend. Sie offenbaren eine völlige Unkenntnis der Partei und verharmlosen in unerträglicher Art und Weise die Unrechtstaten der Staatssicherheit der DDR", sagte der Linken-Landesvorsitzende Ulrich Wilken laut Pressemitteilung. Alle Entscheidungen der Partei - auch die über die Aufstellung von Kandidaten - seien auf Parteitagen von Mehrheiten getroffen worden, teilweise nach heftigen Diskussionen. Dies allein mache schon deutlich, wie absurd die Verbreitung der Unterstellung angeblicher "Demokratie-Defizite" sei.
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