Politik

Wahlkampf nach US-Vorbild: Steinbrück erfindet sich neu

Peer Steinbrück ist den Deutschen vor allem als Finanzfachmann und Krisenmanager bekannt. Das reicht dem Kanzlerkandidaten der SPD offenbar nicht. Er plant mehrere Grundsatzreden zu Themen, mit denen er bislang nicht recht punkten konnte.

Steinbrück spricht in der Residenz des deutschen Botschafters in London. Wieder geht es dabei um das Thema Finanzplanung.
Steinbrück spricht in der Residenz des deutschen Botschafters in London. Wieder geht es dabei um das Thema Finanzplanung.(Foto: dapd)

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück liegt in Umfragen weit hinter der Amtsinhaberin Angela Merkel zurück. Um sein eigenes Profil zu schärfen und weiter auf die CDU-Chefin vorzurücken, plant Steinbrück Medienberichten zufolge mehrere Grundsatzreden. In den kommenden Monaten seien unter anderem Vorträge zur Deutschen Einheit, zur Integration sowie zur Außen- und Sicherheitspolitik vorgesehen, berichtet "Spiegel online" unter Berufung auf SPD-Kreise. Der Kanzlerkandidat wolle sich inhaltlich breiter aufstellen und dafür sorgen, dass er stärker als Kandidat für alle Deutschen und alle Themen wahrgenommen werde.

Derzeit würden für die Auftritte geeignete Anlässe gesucht, hieß es in SPD-Kreisen. Die Rede zur Deutschen Einheit soll demnach rund um den 17. Juni stattfinden, dem 60. Jahrestag des Arbeiteraufstands in der DDR.

Mit dem Format der Grundsatzreden bedient sich Steinbrück eines beliebten Instruments des US-Wahlkampfs. In der SPD hieß es, der Kanzlerkandidat wolle in der Wählerschaft stärker als Kandidat für alle Deutschen und alle Themen wahrgenommen werden. Von weiten Teilen der Bevölkerung wird Steinbrück bislang vor allem als Finanzfachmann und Krisenmanager gesehen.

Team wird verstärkt

Intern ist Steinbrück zudem damit beschäftigt, die zuletzt heftigen Konflikte in seinem Wahlkampfteam in den Griff zu kriegen. Um neuerlichen Kommunikations-Pannen vorzubeugen, verstärkt er sein Presseteam. Ab kommender Woche bekommt Chefsprecher Michael Donnermeyer eine Stellvertreterin. Die Aufgabe soll Jarmila Schneider übernehmen, die zuvor Sprecherin der Bayern-SPD war.

In SPD-Kreisen wurde dem Eindruck widersprochen, die Team-Änderung stehe im Zusammenhang mit dem jüngsten Ärger rund um das inzwischen eingestellte "Peerblog", bei dem Donnermeyer intern Kommunikationsfehler vorgeworfen wurden. Donnermeyer selbst habe bereits vor Wochen auf eine personelle Verstärkung des Teams gedrängt, hieß es. Tatsächlich herrschte in Teilen der Partei zuletzt verstärkte Verwunderung darüber, dass Steinbrücks Sprecher seit Monaten auf sich allein gestellt war.

Quelle: n-tv.de

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