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Am Syntagma-Platz in Athen. Die Arbeitslosigkeit in Griechenland liegt bei 27 Prozent.
Am Syntagma-Platz in Athen. Die Arbeitslosigkeit in Griechenland liegt bei 27 Prozent.(Foto: REUTERS)

"Lage in Griechenland dramatisch": Steinbrück fordert Solidarität

Die Schlinge um den Hals der griechischen Volkswirtschaft werde immer schlimmer, sagt SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück. Er fordert, Deutschland müsse sich mit seiner ökonomischen Stärke für den Erhalt eines solidarischen Kontinents einsetzen. Dies liege auch im nationalen Interesse.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat mehr deutsche Solidarität mit Griechenland gefordert. "Deutsche Überheblichkeit ist gerade gegenüber der griechischen Bevölkerung nicht angebracht", schrieb Steinbrück in einem Gastbeitrag für die "Welt".

Die Lage in Griechenland sei "zunehmend dramatisch". Die Schlinge um den Hals der griechischen Volkswirtschaft werde immer enger, und kein Ausweg scheine in Sicht, beklagte Steinbrück. Die Einsparungen in Griechenland bedeuteten übertragen auf Deutschland Kürzungen von mehr als einem Drittel des Bundeshaushaltes. In Deutschland werde die gesellschaftliche Dimension der Krise unterschätzt, schrieb Steinbrück.

Der frühere Bundesfinanzminister forderte die Bundesregierung auf, Deutschland müsse sich mit seiner ökonomischen Stärke für den Erhalt eines solidarischen Kontinents einsetzen. Dies liege auch im nationalen Interesse, "weil es dieser exportgetriebenen deutschen Wirtschaft samt ihren Arbeitsplätzen immer nur so gut geht, wie es unseren Nachbarn gut geht".

Schäuble gibt ein bisschen Hoffnung

Unterdessen sieht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine Trendwende in der Euro-Schuldenkrise. "Wir können nicht Entwarnung geben, aber haben Hoffnung, zu sagen, vielleicht haben wir das Schlimmste überstanden", sagte der CDU-Politiker am Freitag bei einem Vortrag in der Universität Heidelberg.

Die Euro-Staaten hätten im Kampf gegen die Krise Fortschritte erreicht. Allen, die der Gemeinschaftswährung zuletzt den Untergang vorausgesagt hätten, halte er entgegen: "Noch immer besteht der Euro, noch immer ist er nicht zusammengebrochen."

Zum Hilfsbegehren Zyperns und dem Streit mit dem Land über die Auflagen äußerte sich Schäuble scharf: "So lange der Präsident sagt, Privatisierungen kommen überhaupt nicht in Frage, solange sie nicht klarmachen, dass sie sich an Geldwäscheregeln halten, haben wir kein Bedürfnis nach einem Wettlauf darum, wer schneller bereit ist, etwas zu tun."

Zypern hatte im Sommer bis zu 17,5 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsschirm beantragt. Das Land ist durch seine engen Beziehungen zu Griechenland besonders von der Schuldenkrise betroffen. Für Vorbehalte unter den potenziellen Rettern sorgt der Vorwurf, das Land würde Geldwäsche tolerieren oder gar unterstützen. Der kommunistische Präsident Dimitris Christofias lehnt Privatisierungen ab.

Quelle: n-tv.de

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