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Italiens Staatspräsident schießt zurück: Steinbrück gerät ins Kreuzfeuer

Mit einem vorsichtigen, aber deutlichen Seitenhieb reagiert Italiens Staatspräsident Napolitano auf den Clowns-Angriff von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück. Und auch der deutsche Bundespräsident kann sich einen Kommentar nicht verkneifen.

Peer Steinbrücks Verbalattacke auf den früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi sorgt für Unmut. Nach heftiger Kritik aus Deutschland und einer Welle des Protests in italienischen Medien haben sich jetzt auch die Staatsoberhäupter Deutschlands und Italiens zu Wort gemeldet.

Italiens Staatspräsident Napolitano sagt zu Steinbrück: "Man muss wirklich sehr ausgewogen sein in der eigenen Wortwahl."
Italiens Staatspräsident Napolitano sagt zu Steinbrück: "Man muss wirklich sehr ausgewogen sein in der eigenen Wortwahl."(Foto: Reuters)

"Wenn man über gewisse Dinge spricht, die ein befreundetes Land und das Ergebnis von freien Wahlen betreffen, dann muss man wirklich sehr ausgewogen sein in der eigenen Wortwahl", sagte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano.

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck wollte sich zu den Aussagen Steinbrücks eigentlich nicht äußern. Er sagte aber: "Ich will das nicht kommentieren. Manches kommentiert sich auch von selbst."

Steinbrück verteidigt sich

Steinbrück hatte über das Ergebnis der Parlamentswahl in Italien am Dienstag gesagt: "Bis zu einem gewissen Grade bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben." Einer davon sei der Berufskomiker Grillo, der andere "definitiv ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub". Gemeint war Berlusconi. Steinbrück fügte hinzu: "Mein Eindruck ist, dass in Italien zwei Populisten gewonnen haben." In dieser Lage werde das wieder zu größeren Problemen in der Euro-Zone beitragen.

Die Parlamentswahlen in Italien hatten zuvor zu einem Patt geführt. Das Mitte-Links-Lager konnte zwar eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus erringen, im Senat gab es aber wegen eines starken Berlusconi und eines starken Grillo keine klaren Verhältnisse.

Zum Eklat führte Steinbrücks Clowns-Zitat, als Italiens Staatspräsident ein geplantes Treffen mit dem Kanzlerkandidaten der SPD wegen der Äußerung absagte.

Der Sozialdemokrat verwehrte sich gegen den Vorwurf, gegen diplomatische Gepflogenheiten oder gar den Anstand verstoßen zu haben. Bei n-tv sagte er: "Ich habe diese Aussage im Rahmen einer Veranstaltung gemacht, bei der es etwas launiger und unterhaltender zuging."

Quelle: n-tv.de

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