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Merkel und Steinbrück schenken sich nichts.
Merkel und Steinbrück schenken sich nichts.(Foto: picture alliance / dpa)

"Meine Bitte ist: Lassen Sie sich nicht einlullen": Steinbrück und Merkel wollen Wähler überzeugen

Drei Wochen vor der Bundestagswahl erreicht die Wahlkampf heute Abend seinen Höhepunkt: In Berlin treffen Bundeskanzlerin und Herausforderer aufeinander - in ihrem ersten und auch einzigen TV-Duell. SPD-Kandidat Steinbrück hält Kanzlerin Merkel zum Auftakt eine Politik des Abwartens und Aussitzens vor.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat zum Auftakt des Fernsehduells mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als sein zentrales Ziel genannt, Deutschland "aus dem Stillstand" zu führen. Es gehe darum, dass jeder "von seiner Hände Arbeit" leben könne, dass es auskömmliche Renten gebe, ein chancengerechtes Bildungswesen und handlungsfähige Kommunen. An die Zuschauer gerichtet äußerte Steinbrück die Bitte: "Lassen Sie sich nicht einlullen." Er warf Merkel vor, Deutschland zu einem Land gemacht zu haben, in dem vieles "ausgesessen wird."

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Die Kanzlerin setzte in ihrer direkten Antwort auf bewährte Floskeln und versuchte den Zuschauern ein gutes Gefühl zu geben. "Deutschland steht stark da", sagte sie. Im internationalen Vergleich stehe man gut da. "Wir haben das gut gemeistert." Der Bund werde 2015 in der Lage sein, keine Schulden mehr zu machen. Mit der CDU sei es möglich, dass es weiter aufwärts gehe. "Wir haben gezeigt, dass wir es können, und das in einer schwieriger Zeit."

Steinbrück kritisierte umgehend, unter Schwarz-Gelb habe der Niedriglohnsektor zugenommen wie kaum in einem anderen Land. Es fehle bezahlbarer Wohnraum. Die Aufstiegschancen junger Menschen ließen zu wünschen übrig.

Solange wie ein Fußballspiel

Steinbrück und Merkel stellen sich bis 22.00 Uhr den Fragen von vier Moderatoren. Das TV-Duell gilt als eine Chance für den in den Umfragen zurückliegenden Steinbrück, Boden gegenüber Amtsinhaberin Merkel gutzumachen.

Vor vier Jahren, als sich Merkel mit ihrem damaligen Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (SPD) gemessen hatte, verfolgten gut 14 Millionen Menschen das TV-Duell am Bildschirm.

"Dieses Duell wird kein Kaffeeklatsch. Peer Steinbrück wird Klartext reden und Frau Merkel kann erstmals nicht mehr ausweichen", hatte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, vorab gesagt.

Gut die Hälfte der Deutschen wollte sich die Sendung anschauen, ergaben Umfragen. Allerdings rechneten nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" 62 Prozent der Bundesbürger damit, dass Merkel das Duell für sich entscheidet. Nur 16 Prozent erwarteten einen Erfolg Steinbrücks. Selbst bei den SPD-Wählern waren dem Bericht zufolge 42 Prozent davon überzeugt, dass Merkel als Gewinnerin aus der Fragerunde hervorgehen würde, 36 Prozent setzten auf Steinbrück.

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Quelle: n-tv.de

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