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Der Kampf gegen den Steuerbetrug ist eines seiner größten Wahlkampfthemen: Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.
Der Kampf gegen den Steuerbetrug ist eines seiner größten Wahlkampfthemen: Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.(Foto: imago stock&people)

"Es ist Wahlkampf!": Steinbrück verteidigt Anti-Hoeneß-Aktion

Die Anti-Hoeneß-Kampagne des SPD-Nachwuchses geht nach hinten los. Fans kritisieren den Fußball-Wahlkampf, auch die Verantwortlichen des BVB lehnen die Aktion ab. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kann den Ärger nicht nachvollziehen.

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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verteidigt die umstrittene Postkarten-Aktion der Jusos gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß. "Erst beschweren sich einige über einen angeblich lahmen Wahlkampf. Dann gibt es dank Klaus Staeck etwas politische Satire und es erregen sich dieselben Gemüter. Es ist Wahlkampf!", schreibt Steinbrück in einer handschriftlichen Notiz auf seiner Facebook-Seite.

Der SPD-Nachwuchs wollte an diesem Wochenende in Fußballstadien, unter anderem im Dortmunder Signal Iduna Park, bis zu 100.000 Karten verteilen. Das abgebildete Motiv zeigt Kanzlerin Angela Merkel und Hoeneß beim Handschlag. In Anlehnung an die Steueraffäre des Bayern-Präsidenten steht darauf "Glückwunsch Uli! Wir Steuern das schon."

Doch bei Fans und Verantwortlichen des BVB stieß die Aktion auf Kritik. "Wir verweigern der Durchführung einer solchen Aktion bei uns im Stadion die Zustimmung, weil sich Borussia Dortmund politischer Neutralität verpflichtet fühlt", erklärte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der Club bat die Initiatoren nachdrücklich, auf die Verteilung der Karten zu verzichten. Auch DFL-Präsident Reinhard-Rauball, selbst SPD-Mitglied, distanzierte sich von der Aktion. Mögliches Fehlverhalten von Privatpersonen zu instrumentalisieren, bevor Gerichte rechtskräftig darüber befunden haben, verletze elementare Grundsätze des Rechtsstaates. "Dies ist auch nicht mit den Grundsätzen von Fairness im Sport in Einklang zu bringen", sagte Rauball der "Bild".

Generalsekretärin Andrea Nahles hatte am Donnerstag erklärt, die Jusos wollten die Postkarten nicht nur in Dortmund, sondern unter anderem auch in Hannover, wo Schalke 04 an diesem Wochenende spielt, verteilen. Eine Parteisprecherin sagte, es handle sich allerdings nicht um eine offizielle SPD-Kampagne. Auf der Karte, die von Klaus Staeck entworfen wurde, findet sich kein Parteilogo. Staeck ist Grafikdesigner, Präsident der Berliner Akademie der Künste und SPD-Mitglied.

Quelle: n-tv.de

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