Politik

SPD pocht auf Gerechtigkeit: Steinbrück will Renten angleichen

Die Altersbezüge im Osten sollen in den nächsten Jahren stets stärker ansteigen als im Westen. Mit diesem Versprechen will Steinbrück, der designierte Kanzlerkandidat der SPD, in den Bundestagswahlkampf ziehen. Sein Ziel: gleiche Renten in Ost und West im Jahr 2020.

Die SPD will bis zum Jahr 2020 die Renten im Osten Deutschlands auf das Niveau der West-Renten anheben.
Die SPD will bis zum Jahr 2020 die Renten im Osten Deutschlands auf das Niveau der West-Renten anheben.(Foto: picture alliance / dpa)

"Das ist auch nicht nur eine Frage von Euro und Cent. Es geht vor allem um Gerechtigkeit." Die SPD will bis zum Jahr 2020 die Renten im Osten Deutschlands auf das Niveau der West-Renten anheben. Dies kündigte der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in einem Interview der Zeitschrift "SUPERillu" an. "Wir wollen diese Angleichung stufenweise bis 2020 durchsetzen", sagte Steinbrück. "Das bedeutet, dass bis dahin jede Anhebung der Rentenwerte im Osten höher ausfallen muss als im Westen." Der ehemalige Finanzminister räumte ein, dass die Angleichung der Rentensysteme "einige Milliarden Euro kosten" werde. Das sei aber machbar. Das Thema Rente sorgte in den vergangenen Monaten

Ein Jahr vor der Bundestagswahl 2013 verspricht die SPD mit ihren jüngsten Plänen den etwa vier Millionen Rentnern im Osten für die nächsten Jahre bis 2020 eine stärkere Anhebung ihrer Altersbezüge als den etwa 16 Millionen Rentnern im Westen Deutschlands. Einen ähnlichen Vorstoß hatte sie Ende vorigen Jahres im Bundestag unternommen, war damit aber gescheitert.

Die Unterschiede bestehen seit der Wiedervereinigung. Der Rentenwert, der als Grundlage zur Berechnung der Rente dient, beträgt derzeit im Osten 24,92 Euro. Das sind rund elf Prozent weniger als im Westen mit 28,07 Euro. Schon in den vergangenen Jahren Und die tatsächlich ausgezahlten Renten sind im Durchschnitt im Osten höher als im Westen. Das liegt unter anderem daran, dass in der DDR die Erwerbstätigkeit höher war und die Rentner somit mehr Beitragsjahre vorweisen können. Diese werden im Prinzip mit dem Rentenwert multipliziert und ergeben die Rente.

Die schwarz-gelbe Koalition hatte zu Beginn der Wahlperiode vereinbart, dass sie eine Rentenangleichung in Angriff nehmen werde. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Bergner (CDU), erklärte im September das Vorhaben aber für gescheitert.

Quelle: n-tv.de

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