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Renzi stimmt seine Parteikollegen auf seinen Kampf für die Homo-Ehe ein.
Renzi stimmt seine Parteikollegen auf seinen Kampf für die Homo-Ehe ein.(Foto: AP)

Renzi bereit zu Vertrauensfrage: Stolpert Italiens Regierung über Homo-Ehe?

Italien streitet über das Für und Wider der Homo-Ehe, doch Regierungschef Renzi ist zu allem entschlossen. Um die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben voranzubringen, will der Premier das Gesetz notfalls mit der Vertrauensfrage verknüpfen.

Italiens Regierungschef Matteo Renzi würde sein Amt riskieren, um das Gesetz zur Einführung der eingetragenen Partnerschaft für Schwule und Lesben durchs Parlament zu bringen. "Ich bin bereit, die Vertrauensfrage zu stellen", sagte Renzi bei einer Parteiversammlung seiner Demokratischen Partei (PD). Für ihn sei das Gesetz, das Homosexuelle erstmals rechtlich gleichstelle, genauso wichtig wie seine Arbeitsmarktreformen oder das neue Wahlgesetz.

Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass Homosexuelle den Namen des Partners annehmen sowie dessen leibliche Kinder adoptieren können, wenn diese keinen weiteren anerkannten Elternteil haben. Das Vorhaben ist in Italien heftig umstritten, vor allem die katholische Kirche wehrt sich dagegen. Es gab schon mehrfach Massenproteste gegen die eingetragene Partnerschaft, am Sonntag gingen in Mailand Befürworter auf die Straße.

Breiter Widerstand gegen Adoptionsrecht

Das Gesetzesvorhaben spaltet auch Renzis Regierungsmehrheit, wird aber von Teilen der linken wie der rechten Opposition unterstützt. Im Moment hängt der Gesetzentwurf im Senat fest, zahlreiche Änderungsanträge haben das Verfahren verlangsamt. Verantwortlich für die Blockade ist die oppositionelle Fünf-Sterne-Bewegung, auf deren Unterstützung Renzi eigentlich gehofft hatte.

Italien ist das letzte große Land Westeuropas, in dem es keinen besonderen Status für gleichgeschlechtliche Paare gibt. Umfragen sehen unter den Italienern einen leichten Vorsprung für die Lebenspartnerschaften - bei einer starken Ablehnung eines Adoptionsrechts für Homosexuelle.

Quelle: n-tv.de

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