Politik

Verwechslung mit Bruce Rappaport?: Streit um Echtheit von Sanders-Wahlkampf-Foto

Er ist der Mann der Stunde: Bernie Sanders. Seine meist jungen Wähler lieben den knorrigen Senator von Vermont für seine Direktheit, seine Konsequenz und vor allem für seine Ehrlichkeit. Doch er macht Wahlkampf mit einem falschen Foto?

Seine jungen Fans lieben Bernie Sanders. Der Senator von Vermont wirkt echt, authentisch und ehrlich - und das sind genau die Eigenschaften, die viele Wähler bei anderen Politikern aus Washington vermissen. Doch der 74-jährige selbsterklärte Sozialist leistet sich in seinem Wahlkampf möglicherweise eine kleine Unehrlichkeit: Er könnte ein falsches Foto nutzen.

Wie die "Washington Post" berichtet, handelt es sich um eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, die Sanders im Jahr 1962 in der Uni Chicago zeigen soll. Doch der junge Mann auf dem Foto, dem andere Studenten andächtig zuhören, sei gar nicht Sanders. Tatsächlich handele es sich um einen gewissen Bruce Rappaport, ebenfalls ein Aktivist der damaligen Zeit, der 2006 starb. Am Wochenende dementierte das Wahlkampf-Team von Sanders allerdings die Meldung.

Das Foto stammt aus dem Fundus der Universität. Gegenüber der Zeitung habe ein Verantwortlicher der Uni den Fehler eingeräumt, berichtet die "Washington Post". Die Bildunterschrift sei anschließend geändert worden, was sich allerdings bei einem Blick ins Online-Archiv der Uni nicht bestätigt. Zu dem "Fehler" war es gekommen, weil sich Sanders und Rappaport in jungen Jahren recht ähnlich sahen und der heutige Präsidentschaftsbewerber damals ebenfalls an der Uni studierte und politisch aktiv war.

Wie CNN berichtet, bestritt Sanders' Wahlkampfteam am Wochenende, dass das Foto nicht den heutigen Senator von Vermont zeige. Man sei zu 100 Prozent sicher, dass es wirklich Sanders zeige, hieß es. Auch der Fotograf, der das Bild gemacht hat, meldete sich zu Wort. Gegenüber der Website "Daily Kos" sagte er, auch er sei sicher, dass das Bild Sanders zeige.

Sanders' Wahlkampfstratege Tad Devine sah auch vorher schon keine Veranlassung, das Bild aus einem Werbevideo für Sanders zu entfernen, wie die "Post" berichtet. "Ich finde, das Bild gibt etwas genau und repräsentativ wieder, von dem er (Sanders, d. Red) damals ein Teil war." Es gebe ja keinen Zweifel daran, dass Sanders tatsächlich vor Ort gewesen sei.

Der Streit um die Echtheit des Bildes ist Teil des Wahlkampfes zwischen Sanders und Hillary Clinton. Der Senator von der Ostküste gilt manchen als "zu weiß" - seine Konkurrentin Hillary Clinton ist dagegen bei den Afroamerikanern und auch den Latinos beliebter. Insofern nützt Sanders das Foto und dient seinem Wahlkampf.

Erst nach dem Erscheinen der ersten Version dieses Artikels haben sich die Betroffenen zu Wort gemeldet und die Vorwürfe dementiert. Dieser Artikel wurde anschließend aktualisiert.

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Quelle: n-tv.de

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