Politik
Extreme Formen eines weit verbreiteten Problems: Nazis in Sachsen. (vorn: Gegner der NPD-Kundgebung in Riesa am 3. November)
Extreme Formen eines weit verbreiteten Problems: Nazis in Sachsen. (vorn: Gegner der NPD-Kundgebung in Riesa am 3. November)(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsche halten sich für besser: Jeder Vierte ist ausländerfeindlich

Hass auf Ausländer und rechtsextreme Positionen sind keine Probleme, die Deutschland bereits hinter sich gelassen hätte. Im Gegenteil: In vielen Bevölkerungsgruppen steigt die Zahl der Menschen, die Vorurteile gegenüber Fremden haben.

Rechtsextremes Gedankengut fällt einer Studie zufolge in Deutschland immer mehr auf fruchtbaren Boden. Nach einer von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung vorgelegten Untersuchung haben 9 Prozent der Bevölkerung ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild. In Ostdeutschland sei in dieser Hinsicht ein massiver Anstieg zu verzeichnen. Dort sei der Anteil derjenigen mit rechtem Gedankengut von 10,5 Prozent im Jahr 2010 auf jetzt 15,8 Prozent gewachsen. Im Westen ging dagegen der Anteil von 7,6 auf 7,3 Prozent etwas zurück.

Mit 25,1 Prozent in ganz Deutschland sei Ausländerfeindlichkeit die am weitesten verbreitete rechtsextreme Position, schreiben die Autoren. Während in Westdeutschland jeder Fünfte eine solche Einstellung habe, seien es im Osten inzwischen 39 Prozent. In der jungen Altersgruppe (14 bis 30 Jahre) wiesen die Ostdeutschen anders als in früheren Befragungen bei der Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur oder der Verharmlosung des Nationalsozialismus inzwischen sogar höhere Werte auf als bei den über 60-Jährigen.

Nur fünf Prozent gegen Demokratie

Antisemitismus ist bei rund jedem elften Bundesbürger deutlich ausgeprägt. Anders als früher sei bei den Ostdeutschen Judenfeindlichkeit inzwischen stärker ausgeprägt als bei Westdeutschen, heißt es weiter. Diese Einstellung sei am weitesten unter Rentnern verbreitet.

Zugleich ist den Forschern zufolge die grundsätzliche Zufriedenheit mit der Demokratie im Vergleich zu anderen Staatsformen mit fast 95 Prozent (West: 95,5, Ost: 92,1) unverändert hoch. Diese Zustimmung hänge eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen, hieß es.

Die Untersuchung "Die Mitte im Umbruch" über rechtsextreme Einstellungen wird seit 2006 alle zwei Jahre aktualisiert vorgelegt und beruht auf einer repräsentativen Umfrage.

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Quelle: n-tv.de

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