Politik
Pegida-Demonstranten in Dresden im Oktober 2015.
Pegida-Demonstranten in Dresden im Oktober 2015.(Foto: dpa)

Männlich, Angestellte und Rentner: Studie zeigt auf, wer zu Pegida geht

Wer geht da eigentlich länger als ein Jahr zu den montäglichen Pegida-Veranstaltungen in Dresden? Wissenschaftler befragen die Teilnehmer - und sehen klare Trends. Auch was die politische Orientierung angeht, sind die Ergebnisse eindeutig.

Recht und Ordnung, eine politische Selbstbestimmung Deutschlands sowie eine "deutsche Leitkultur" - das ist laut einer Studie den Pegida-Demonstranten in Dresden besonders wichtig. Wie aus den Ergebnissen einer Befragung weiter hervorgeht, würden rund 80 Prozent der Teilnehmer die AfD wählen und etwa 20 Prozent erst gar nicht zur Wahl gehen.

Wissenschaftler des Göttinger Instituts für Demokratieforschung, das zur Georg-August-Universität gehört, haben nach eigenen Angaben 610 Fragebögen vom November 2015 ausgewertet. Sie selbst bezeichnen die Studie als nicht repräsentativ, sondern als Querschnittstudie.

Hier ein Auszug der Angaben, die Pegida-Teilnehmer machten:

  • 72 Prozent männlich, 26 Prozent weiblich
  • 58 Prozent der Teilnehmer sind verheiratet, 17 Prozent leben in einer Partnerschaft
  • 32,3 Prozent haben einen Berufsschulabschluss, 23,8 Prozent einen Hoch- oder Fachhochschulabschluss
  • 51,5 Prozent arbeiten Vollzeit, 33,9 Prozent sind nicht mehr erwerbstätig (Rentner o.ä.)
  • 48 Prozent sind Angestellte, 28 Prozent Arbeiter, 18 Prozent selbstständig
  • 59,6 Prozent nehmen mindestens seit einem Jahr an den Pegida-Montagsveranstaltungen teil
  • Bei der vergangenen Bundestagswahl wählten 31,8 Prozent AfD, 26,7 Prozent CDU/CSU, 8,2 Prozent NPD, 8,9 Prozent wählten nicht
  • Inzwischen würden 77,4 Prozent AfD wählen, 4,9 Prozent NPD und 20,3 Prozent würden nicht zur Wahl gehen

Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, äußern viele der Befragten aus den Reihen der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung zwar eine gewisse Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen. Davon ausgenommen sind jedoch Asylbewerber aus islamischen Ländern. 45 Prozent der Demonstrationsteilnehmer fordern dabei eine klare Differenzierung.

41 Prozent sprechen grundsätzlich allen Menschen ein Recht auf Asyl in Deutschland ab. 94 Prozent der Befragten plädieren angesichts der Flüchtlingsdebatte für autoritäre Krisenlösungen. Und 82 Prozent verlangen die "Befestigung und Verteidigung" der deutschen Nationalgrenzen.

Das Göttinger Institut für Demokratieforschung stellt die Ergebnisse auf seiner Website zur Verfügung.

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Quelle: n-tv.de

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