Samstag, 19. Dezember 2009
Straßensperren und Grenzkontrollen: Suche nach Auschwitz-Schriftzug
Nach dem Diebstahl des Schriftzugs "Arbeit macht frei" aus dem früheren NS-Konzentrationslager Auschwitz in Polen sucht die Polizei mit Hochdruck nach den Tätern.40 Polizisten und Experten sammelten derzeit auf dem Gelände und in der Gedenkstätte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Informationen über den Hergang der Tat und über mögliche Täter, sagte ein Polizeisprecher der Region Krakau. Auch sei die Hilfe der internationalen Polizeibehörden Interpol und Europol angefragt worden. Demnach wurden auch die Kontrollen an den Grenzen verstärkt und Straßensperren eingerichtet.
Die Polizei bekam nach Angaben des Sprechers bislang dutzende Hinweise von Bewohnern aus der Gegend rund um das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslagers. Außerdem ist eine Belohnung von 28.600 Euro für die Wiederbeschaffung des eisernen Schriftzugs und die Erfassung der Täter ausgesetzt worden.
Überwachungssystem zu teuer
Der Direktor der Gedenkstätte, Piotr Cywinski, sagte, das Überwachungsystem auf dem Gelände sei nicht ausreichend. Das Budget des Museums sei dafür zu klein. Das meiste Geld werde für die Instandhaltung benötigt. Dieses lag demnach 2008 bei 6,8 Millionen Euro und wird fast ausschließlich von der polnischen Regierung bezahlt. Rund fünf Prozent des Budgets kommt aus dem Ausland. Deutschland will sich jedoch in den kommenden fünf Jahren mit 60 Millionen Euro am Erhalt der Gedenkstätte beteiligen.
Den Schriftzug aus Eisen hing am Eingang des sogenannten Stammlagers in Auschwitz und war am Freitagmorgen von Unbekannten entwendet worden. In Auschwitz-Birkenau wurden zwischen 1940 und 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen, davon eine Million Juden, systematisch umgebracht. Die zynische Inschrift "Arbeit macht frei" versinnbildlicht die menschenverachtende Ideologie der Nazis.
AFP
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