Politik

In Ungnade gefallen: Südkorea: Kim lässt Militärchef hinrichten

Der Vorwurf lautet "persönliche Bereicherung" und richtet sich gegen den nordkoreanischen Militärchef Ri, heißt es in südkoreanischen Medien. In der Regel wird dieser Vorwurf erhoben, wenn die Beschuldigten Machthaber Kim die Gefolgschaft verweigern.

Ri bei einer Rede im August 2014 in Pjöngjang.
Ri bei einer Rede im August 2014 in Pjöngjang.(Foto: REUTERS)

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un soll den Militärchef des Landes, General Ri Yong Gil, wegen Korruption hinrichten lassen haben. Das berichten südkoreanische Medien unter Berufung auf nordkoreanische Insider. Ri war erst seit August 2013 im Amt und führte den Generalstab der Armee.

Der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge stand der General erst seit kurzem unter Anklage. Er soll sich "persönlich bereichert" haben. Diese Definition wird in der Regel für Personen genutzt, die bei Kim in Ungnade gefallen sind. Hintergründe hierfür können vielfältig sein. Meist sind es politische wie das Verweigern der Gefolgschaft.

Laut Yonjap fand die Hinrichtung Ris bereits in der vergangenen Woche statt. Meist werden die Delinquenten im Beisein der Militärführung erschossen. Bestätigt werden diese Hinrichtungen so gut wie nie.

Ri hatte zuletzt nicht mehr an Treffen der Partei teilgenommen. Ebenso wenig soll er bei den Feierlichkeiten anlässlich des Raketenstarts am Sonntag anwesend gewesen sein.

Nachfolger bereits etabliert

Nach den Berichten aus Südkorea taucht Ri in der nordkoreanischen Berichterstattung schon nicht mehr auf. Stattdessen werde bereits von Ri Myong Su gesprochen, einem Ex-Sicherheitsminister, der Nachfolger des Generals werden könnte. Offiziell habe er das Amt aber noch nicht übernommen.

Nordkorea war zuletzt heftig für den Start der Weltraumrakete kritisiert worden. Während die Führung des kommunistischen Landes von einem "legitimen Recht auf Weltraumforschung" spricht, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete. Die UN verurteilten das Vorgehen am vergangenen Wochenende. Südkorea stellte als erste Sanktionsmaßnahme den Betrieb des gemeinsam mit Nordkorea betriebenen Industrieparks Kaesong ein, um das Land finanziell zu schwächen.

Quelle: n-tv.de

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