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In Kaesong arbeiteten 53.000 Nordkoreaner für rund 120 südkoreanische Firmen.
In Kaesong arbeiteten 53.000 Nordkoreaner für rund 120 südkoreanische Firmen.(Foto: AP)

Kaesong-Projekt gescheitert: Südkorea wirft Norden Ausbeutung vor

Südkorea erhebt nach seinem Rückzug aus dem Industriepark Kaesong schwere Vorwürfe gegen den kommunistischen Nachbarn. Arbeiter sollen systematisch ausgebeutet worden sein. Pjöngjang antwortet gewohnt rabiat.

Nach seinem Rückzug aus dem Industriepark Kaesong im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea hat Seoul schwere Vorwürfe gegen Pjöngjang erhoben: Der kommunistisch geführte Staat habe den nordkoreanischen Arbeitern in Kaesong 70 Prozent der Einnahmen abgenommen und das Geld in verbotene Atomwaffen- und Raketenprogramme gesteckt, sagte der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Hong Yong Pyo im Fernsehen.

"Jede in Nordkorea verdiente Auslandswährung geht an die Arbeiterpartei, die das Geld für die Entwicklung von Atomwaffen oder Raketen oder für Luxusgüter ausgibt", sagte Hong. Die Arbeiter erhielten nur Gutscheine für Lebensmittel oder andere notwendige Güter. Das Vorgehen Pjöngjangs sei zwar bekannt gewesen, wegen der Bedeutung Kaesongs als Symbol für die interkoreanische Zusammenarbeit sei an dem Projekt dennoch festgehalten worden.

Am Mittwoch hatte Seoul dann angekündigt, Kaesong doch aufzugeben. Die Regierung reagierte damit auf den jüngsten Start einer nordkoreanischen Weltraumrakete. Die Entscheidung wurde von der Führung in Pjöngjang als "Kriegserklärung" aufgefasst. Der Süden habe damit die "letzte Lebensader" in den Beziehung zum Norden durchtrennt und werde einen "schmerzhaften Preis" dafür bezahlen, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

In Kaesong arbeiteten 53.000 Nordkoreaner für rund 120 südkoreanische Firmen. Der Komplex war für das außenpolitisch isolierte Nordkorea eine wichtige Devisenquelle.

Quelle: n-tv.de

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