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Mehr als 400.000 Syrer sind in den vergangenen anderthalb Jahren ins Ausland geflüchtet, allein am Freitag waren es Tausende.
Mehr als 400.000 Syrer sind in den vergangenen anderthalb Jahren ins Ausland geflüchtet, allein am Freitag waren es Tausende.(Foto: REUTERS)

Mit neuem Vorsitz: Syriens Opposition im Dauerclinch

Der Syrische Nationalrat schafft es endlich, eine neue Führungsspitze zu wählen. Die Verhandlungen über eine neue breite Oppositionsplattform, wie sie die USA gefordert haben, gestalten sich jedoch schwierig. Auf dem Gelände eines Offiziersclubs in Daraa reißen zwei Autobomben unterdessen zahlreiche Menschen in den Tod.

George Sabra ist  Ex-Mitglied der Kommunistischen Partei Syriens.
George Sabra ist Ex-Mitglied der Kommunistischen Partei Syriens.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) hat den Christen George Sabra zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Sabra ist ein typischer Vertreter der alten Garde der syrischen Opposition. Er ist links, saß schon mehrfach im Gefängnis und hat die Aura eines durch ideologische Grabenkämpfe gestählten Politbüro-Mitgliedes.

Ein Versuch des von vorwiegend älteren Exil-Oppositionellen gegründeten SNC, mehr junge Aktivisten in seine Reihen aufzunehmen, schlug fehl. Die Vertreter der Lokalen Koordinierungskomitees für die Revolution, die an der Organisation des Widerstandes in den syrischen Städten und Dörfern beteiligt sind, zogen sich bei einem Oppositionstreffen in Katar in der Nacht unter Protest aus dem SNC zurück.

20 Tote durch Autobomben

Militante Regimegegner zündeten später auf dem Gelände eines Offiziersclubs in der syrischen Stadt Daraa zwei Autobomben. Aktivisten sprachen von 20 Toten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete ebenfalls einen tödlichen Anschlag in Daraa, machte jedoch keine Angaben zum Ort der Explosion oder zur Zahl der Opfer. Regimegegner berichten, kurdische Gegner von Präsident Baschar al-Assad hätten die Regierungstruppen aus mehreren Ortschaften in der Provinz Al-Hassake vertrieben.

Die christliche Aktivistin Jara Nasir begründete ihren Rücktritt aus dem SNC unterdessen mit Rivalitäten, die dazu geführt hätten, dass man das eigentliche Ziel aus den Augen verloren habe. Sie erklärte: "Ich habe in den vergangenen Monaten beobachtet, wie der Freiheitskampf des SNC zu einem Machtkampf zwischen den verschiedenen Fraktionen und Persönlichkeiten wurde.

Opposition diskutiert weiter

Der harte Kern der Opposition diskutiert in der katarischen Hauptstadt Doha weiter über eine Initiative des prominenten Dissidenten Riad Seif. Diese sieht die Gründung eines neuen Gremiums der Opposition vor, in dem neben dem SNC auch andere Gruppen mit mehr Kontakt zur Basis in Syrien sitzen sollen. Dies war von einigen Staaten zur Bedingung für mehr Unterstützung gemacht worden.

Seit mehr als anderthalb Jahren tobt in Syrien der Aufstand gegen die Herrschaft von Staatschef Baschar al-Assad. Bei den Kämpfen zwischen Rebellen und Armee sind in den vergangenen 19 Monaten schätzungsweise 38.000 Menschen getötet worden. Mehr als 400.000 Syrer sind nach UN-Angaben vor der Gewalt ins Ausland geflüchtet.

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Quelle: n-tv.de

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