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Die EU-Gesandte Catherine Ashton, der Generalsekretär der Arabischen Liga Nabil al-Arabi und der griechische Außenminister Dimitrios Avramopoulos beim Gruppenfoto.
Die EU-Gesandte Catherine Ashton, der Generalsekretär der Arabischen Liga Nabil al-Arabi und der griechische Außenminister Dimitrios Avramopoulos beim Gruppenfoto.(Foto: dpa)
Das Treffen der Außenminister von EU und Arabischer Liga kreiste vor allem um das Thema Syrien.
Das Treffen der Außenminister von EU und Arabischer Liga kreiste vor allem um das Thema Syrien.(Foto: REUTERS)

Frankreich erkennt Exilregierung an: Syriens Widerstand will Waffen

In Kairo treffen sich europäische und arabische Außenminister. Das Thema: Syrien. Die neu formierte Opposition versucht, eine möglichst breite Anerkennung zu erreichen, im Falle Frankreichs ist das bereits gelungen. Aber eigentlich will sie etwas anderes: Waffen für den Krieg gegen Assad.

Die syrische Opposition hat mit ihrem neuen Bündnis beim Treffen der Außenminister von EU und Arabischer Liga in Kairo um Unterstützung geworben. Bündnischef Scheich Ahmed al-Chatib forderte die internationale Gemeinschaft auf, die syrischen Rebellen aufzurüsten, damit diese das Blutvergießen im Land beenden könnten. Offiziell anerkannt wurde das Bündnis bislang aber nur vom Golfkooperationsrat.

"Wir benötigen Spezialwaffen", sagte al-Chatib. Dies sei notwendig, um "das Leiden der Syrer und das Blutvergießen zu beenden". Welche Art von Waffen konkret benötigt werden, sagte er nicht.

Die bisher zersplitterte syrische Opposition hatte am Wochenende bei einem Treffen in Katar eine "nationale Koalition" gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad gebildet. Al-Chatib sagte, seine Organisation repräsentiere die meisten Oppositionsgruppen in Syrien. Zwar hätten einige Gruppierungen Vorbehalte gegen das neue Bündnis, dieses stehe aber mit allen in Kontakt. Die große Mehrheit der Oppositionsgruppen habe sich dem Bündnis angeschlossen, das Syrien intern vertrete.

Westen zögert mit voller Anerkennung

Die Golfstaaten hatten am Montag erklärt, den Zusammenschluss als rechtmäßige Vertretung des syrischen Volkes anzuerkennen. Inzwischen erklärte auch Frankreich die Anerkennung als "einzigen Vertreter des syrischen Volkes". Die Arabische Liga zeigte sich zurückhaltender und erklärte das Bündnis zunächst zum "legitimen Vertreter der Opposition". Die EU-Außenminister begrüßten den Zusammenschluss, forderten aber die Aufnahme von mehr Abtrünnigen der Regierung.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sicherte al-Chatib Unterstützung beim Aufbau einer "geeinten Plattform der Opposition" und einer "glaubwürdigen Alternative" zur Führung Assads zu. Sein französischer Kollege Laurent Fabius erklärte, Frankreich werde das Oppositionsbündnis unterstützen. Zugleich hoffe er, die verschiedenen Länder würden die Opposition als legitimen Vertreter des syrischen Volkes anerkennen.

Auch die USA und Großbritannien sagten dem Bündnis ihre Unterstützung zu. Russland als enger Verbündeter Assads rief die Opposition hingegen zum Dialog mit dem syrischen Staatschef auf. Diese fordert jedoch einen sofortigen Rücktritt Assads. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton begrüßte den Zusammenschluss der Opposition, warnte aber zugleich vor einer Ausweitung des Konflikts. Der Vatikan zeigte sich zuversichtlich, dass das Bündnis Friedensverhandlungen ermöglichen könne.

Quelle: n-tv.de

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