Deradikalisierungs-Klassen entstehenTaliban-Führer sollen ins Exil
Ende Mai findet eine Friedenskonferenz mit afghanischen Stammesführern statt. Dabei soll ein Plan beschlossen werden, der Taliban-Führern den Gang ins Exil ermöglichen soll. Einfache Rebellen sollen "umerzogen" und mit produktiver Arbeit versorgt werden.
Im Gegenzug für einen Friedenspakt will die afghanische Regierung den Anführern der radikalislamischen Taliban den Gang ins Exil ermöglichen. Wie der britische "Guardian" berichtete, soll dieser Plan bei einer Friedenskonferenz mit Stammesführern Ende Mai vorgestellt werden. Der Vorschlag werde auch bei einem Treffen zwischen Afghanistans Präsident Hamid Karsai und US-Präsident Barack Obama kommenden Mittwoch in Washington zur Sprache kommen.
Dem "Guardian" liegt ein Dokument der afghanischen Regierung vor, wonach Taliban-Führer im Fall einer Friedenseinigung in Drittländer wie Saudi-Arabien ausreisen könnten. Der Plan sehe außerdem Programme zur Wiedereingliederung der Taliban in die afghanische Gesellschaft vor. Kämpfer der Rebellen sollten in "Deradikalisierungs-Klassen" umerzogen und anschließend mit handwerklichen Jobs beschäftigt werden. Taliban, die freiwillig die Waffen niederlegen, könnten dem Vorhaben zufolge in den Genuss von Straffreiheit kommen.
Karsai hatte bereits auf der internationalen Afghanistan-Konferenz im Januar in London für eine Wiedereingliederung der Taliban geworben.