Freitag, 25. Dezember 2009
"Afghanistan wird das nächste Vietnam": Taliban-Video zeigt Bergdahl
Die radikal-islamischen Taliban haben ein neues Video in Umlauf gebracht, das den im Juli verschleppten US-Soldaten Bowe Bergdahl zeigt. Der 23-Jährige kommt darin am Ende selbst zu Wort. Er fordert die Amerikaner auf, gegen den Afghanistankrieg zu protestieren.
Bowe Bergdahl wurde vor knapp sechs Monaten verschleppt.
(Foto: dpa)
Bergdahl warnt in dem Video vor einer drohenden Niederlage für das US-Militär. "Ich fürchte, ich muss euch sagen, dass uns dieser Krieg aus den Händen geglitten ist und es unser nächstes Vietnam sein wird, wenn die amerikanische Bevölkerung sich nicht erhebt und diesen ganzen Unsinn stoppt." Seine Kameraden warnt er, diese stünden einem äußerst gut organisierten und geduldigen Feind gegenüber. Wann die Aufnahmen gemacht wurden, ist unklar.
Ein Taliban-Sprecher sagte, der Soldat sei bei guter Gesundheit. Anschließend fordert er die Freilassung mehrerer Häftlinge im Austausch für den US-Soldaten, außerdem droht er mit der Verschleppung weiterer Amerikaner in Afghanistan.
Ein Sprecher des US-Militärs verurteilte die Aufnahmen und den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Der Soldat sei offensichtlich gezwungen worden, eine vorbereitete Erklärung zu verlesen. Die Freigabe der Aufnahmen an Weihnachten bezeichnete er als Affront für Familie und Freunde des Soldaten. Zugleich bekräftigte er, die Suche nach dem Soldaten werde fortgesetzt.
Bereits im Juli waren Videoaufnahmen des Soldaten im Internet aufgetaucht, auf denen er einen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan forderte. Der Gefreite Bowe Bergdahl war Ende Juni im Alter von 23 Jahren während einer Patrouille im Südosten Afghanistans verschleppt worden.
Die Gewalt in Afghanistan ist derzeit auf dem höchsten Stand seit dem Sturz der Taliban 2001. Die US-Regierung hat daher mit der Entsendung von 30.000 weiteren Soldaten begonnen. Derzeit kämpfen in Afghanistan rund 110.000 ausländische Streitkräfte gegen die Aufständischen, mehr als die Hälfte von ihnen US-Soldaten.
rts/dpa
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