Politik

Um Regierung zu stürzenTausende stürmen Bangkok

13.03.2010, 12:29 Uhr
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Tausende Polizisten stehen bereit. (Foto: dpa)

In einer Art Konterrevolution strömen tausende "Rothemden" in Richtung Bangkok. Sie wollen die Regierung stürzen. Der gestürzte Ex-Regierungschef Thaksin lässt sich den Aufmarsch einiges kosten.

Zum Regierungssturz entschlossen haben sich in ganz Thailand zehntausende Demonstranten zum Sturm auf Bangkok gerüstet. Sie strömten in die Hauptstadt, wo sie das öffentliche Leben teilweise lahmlegten. Tausende Demonstranten in roten T-Shirts blockierten die breite Rajdamnoen-Straße am Demokratie-Denkmal. Sie wollen dort an einer Massenkundgebung teilnehmen. "Wir brauchen nur vier Tage, um mit der Regierung fertig zu werden", meinte einer der Organisatoren, Jatuporn Pomphan. Die Regierung hat vor Ausschreitungen gewarnt und 35.000 Sicherheitskräfte zusammengezogen.

Die Zufahrtsstraßen aus dem Norden des Landes sind verstopft. In den nördlichen Provinzen hatten die Organisatoren über Nacht schon zehntausende Menschen zusammengezogen, die sich in kilometerlangen Konvois mit Autos, Lastwagen und Bussen in Richtung Bangkok in Bewegung setzten.

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Die Demonstranten blockieren den Verkehr in Bangkok. (Foto: dpa)

Die Oppositionsbewegung "Vereinigte Front für Demokratie und gegen Diktatur" (UDD) will den Protest fortsetzen, bis Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva zurücktritt. Dessen Anhänger nutzten vor zwei Jahren gegen eine den "Rothemden" freundlich gesinnte Regierung eine ähnliche Taktik. Sie stürzten Bangkok ins Chaos, erst mit der Besetzung des Regierungssitzes und dann mit dem Sturm auf den Flughafen. Die Regierung stolperte schließlich über angeblichen Wahlbetrug, und Abhisit kam mit der Hilfe von Überläufern nach einem Votum im Parlament an die Macht.

Lohn für Protest

Die UDD zahlt Demonstrationsteilnehmern nach deren Angaben umgerechnet 22 Euro pro Tag. Unklar ist, wie groß ihre Kriegskasse ist. Einer der Geldgeber und Mentoren der Rothemden ist der 2006 gestürzte Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra. Der Milliardär feuerte seine Anhänger über das Kurznachrichtenportal Twitter an, durchzuhalten. Er soll jetzt Probleme mit seiner Exilheimat Dubai haben: Die Behörden hätten ihn zur Abreise aufgefordert, berichtete ein thailändischer Regierungssprecher. Thaksin bestritt dies, bestätigte aber eine bevorstehende Reise nach Europa zu seinen Töchtern. Diese sollen sich in Deutschland aufhalten. Thaksins thailändischer Pass ist ungültig, aber er hat Reisedokumente aus anderen Ländern, darunter Nicaragua.

Thaksin war in Abwesenheit zu zwei Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs verurteilt worden. Ende Februar ordnete ein Gericht die Beschlagnahmung von 60 Prozent seines eingefrorenen Vermögens von 1,7 Milliarden Euro an. Die Begründung: Er habe das Geld während seiner Amtszeit 2001 bis 2006 unrechtmäßig erworben.

Quelle: dpa