Politik
Mittwoch, 06. Oktober 2010

Trump for President?: Tea Party mischt Republikaner auf

Die Republikaner stehen vor einem echten Problem: Immer mehr Prominente stellen sich in die Reihen der Tea Party - einer Untergruppe der Republikaner - und kokettieren damit, ums Weiße Haus kämpfen zu wollen. Nach Sarah Palin denkt jetzt auch Donald Trump "ernsthaft darüber nach", für die Tea Party 2012 gegen Obama in den Ring zu steigen.

Trump posiert mit Fräulein Universe, Jimena Navarrete, vor den Kameras in Las Vegas.
Trump posiert mit Fräulein Universe, Jimena Navarrete, vor den Kameras in Las Vegas.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Republikaner in den USA stehen vor einer Zerreißprobe: Die ultrakonservativen Rebellen der Basisbewegung Tea Party galten bislang als Untergruppe der Republikaner, sie könnten aber bald als eine dritte Partei in den Wahlkampf ziehen.

Der US-Immobilienmilliardär Donald Trump lässt hin und wieder durchblicken, bei den US-Präsidentschaftswahlen 2012 antreten zu wollen – und zwar für die Tea-Party. Er denke erstmals in seinem Leben ernsthaft über eine Kandidatur nach, sagte Trump in mehreren TV-Interviews. Der vor allem für seine Ferienanlagen und Kasinos bekannte 64-Jährige wollte jedoch nicht verraten, bis wann er eine Entscheidung fällen will.

Trump nennt sich selbst einen Republikaner und pflegt seinen Prominenten-Status mit der Teilnahme an mehreren Reality-TV-Shows. Er würde dann möglicherweise unter dem Banner der Tea-Party-Bewegung gegen Amtsinhaber Barack Obama antreten. Die Tea Party habe ans Licht gebracht, was wirklich in den USA vorgehe, sagte Trump. "Wir haben Billionen-Defizite. Machen wir uns nichts vor, das Land geht Bankrott."

Palin mischt mit

Palin will "die linke Politik stoppen".
Palin will "die linke Politik stoppen".(Foto: dpa)

In der republikanischen Führung wächst derweil die Sorge vor dem Vormarsch der Rebellen. Sie könnten bereits den erhofften deutlichen Sieg bei den US-Kongresswahlen im November gefährden. Den Kandidaten der Tea Party werden im Rennen gegen Obamas Demokraten allgemein geringere Chancen eingeräumt als den Vertretern des republikanischen Establishments.

Hinzu kommt, dass Sarah Palin, Ex-Gouverneurin in Alaska, die Spekulationen anheizt, sie wolle ebenfalls bei den Präsidentenwahlen 2012 antreten. Palin gilt als Symbolfigur der "Tea Party"-Bewegung und könnte somit gegen Trump antreten.

Die Kandidaten der Tea Party machen für weniger Steuern, weniger Staat und vor allem gegen das Washington-Establishment Stimmung. Sie gelten als politisches Sammelbecken am rechten Rand der Republikaner und verbuchen einen steten Zulauf. Der Name lehnt sich an die sogenannte Boston Tea Party 1773 an, als die Bevölkerung gegen die Steuerpolitik der Kolonialmacht Großbritannien aufbegehrte. Drei Jahre später erreichten die USA ihre Unabhängigkeit. Die heutige Bewegung wirft Obama vor, er wolle in den USA den Sozialismus einführen, und kämpft unter anderem erbittert gegen die Anfang des Jahres in Kraft getretene Gesundheitsreform.

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Quelle: n-tv.de

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