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Ted Cruz will sich nicht zum Glauben seiner Konkurrenten äußern.
Ted Cruz will sich nicht zum Glauben seiner Konkurrenten äußern.(Foto: AP)

Probleme mit dem Lügen: Ted Cruz feuert seinen Sprecher

Ted Cruz und Marc Rubio rangeln um die Rolle des größten Konkurrenten von Donald Trump. Dabei sind die republikanischen Präsidentschaftsbewerber wenig zimperlich. Nun hat es aber einer aus Cruz' Team übertrieben.

Der US-Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz hat seinen Wahlkampfsprecher entlassen, nachdem dieser den christlichen Glauben von Konkurrent Marco Rubio in Zweifel gezogen hatte. Er habe seinen Sprecher Rick Tyler wegen dessen "schweren Beurteilungsfehlers" um die Kündigung gebeten, erklärte der erzkonservative Senator aus Texas.

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Tyler hatte auf seiner Facebook-Seite einen Artikel aus einer Studentenzeitung geteilt, in dem behauptet wurde, Rubio habe sich abfällig über die Bibel geäußert. Der Senator aus Florida soll demnach zu einem Mitarbeiter von Cruz gesagt haben, in der Bibel stünden "nicht viele Antworten". Tyler veröffentlichte dazu auch ein 21-sekündiges Video. Der Ton war allerdings schlecht zu verstehen. Nach eigenen Angaben sagte Rubio darin, im dem Buch werde der Mann alle Antworten finden.

Tyler löschte den Beitrag später und entschuldigte sich bei Rubio für die falsche Geschichte. Cruz entließ ihn trotzdem. Selbst wenn die Geschichte über Rubio wahr gewesen wäre, "stellt unser Wahlkampf-Team nicht den Glauben eines anderen Kandidaten infrage", versicherte er.

Wer fordert Trump heraus?

Cruz, ein Liebling der erzkonservativen Tea Party, ist von seinen Konkurrenten schon häufig bezichtigt worden, im Wahlkampf mit "schmutzigen Tricks" zu arbeiten. Cruz und Rubio liefern sich vor der Vorwahl der Republikaner im Bundesstaat Nevada einen erbitterten Kampf um Platz zwei. In Umfragen führt deutlich der Geschäftsmann Donald Trump, der bereits die Vorwahlen in New Hampshire und in South Carolina gewinnen konnte.

Der mit radikalen Thesen angetretene Trump ist ebenso wie Cruz bei der Parteiführung unbeliebt, ihre Tiraden gegen die Eliten in Washington treffen an der Basis aber einen Nerv. Rubio hofft nach dem Ausstieg von Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, die Stimmen aus dem bislang zersplitterten gemäßigt-konservativen Lager auf sich zu vereinen. Bei den Demokraten findet die nächste Vorwahl am Samstag in South Carolina statt.

Aufregung um Ohios Gouverneur

Derweil sorgte auch der Präsidentschaftsbewerber John Kasich mit einem sexistischen Spruch für Irritationen. Ohios Gouverneur sagte bei einem Auftritt in Virginia, in seinem ersten Wahlkampf 1978 hätten etliche Frauen für ihn "ihre Küchen verlassen".

Er habe damals nicht viel Unterstützung gehabt, "nur eine Armee von Leuten, viele Frauen, die ihre Küchen verließen, um von Tür zu Tür gehen und Werbetafeln für mich aufzustellen", sagte Kasich. Eine Zuhörerin witzelte später: "Ich werde kommen und Sie unterstützen, aber ich werde nicht aus der Küche kommen."

Auch die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton nutzte die Steilvorlage: "Wir haben 2016. Der Platz einer Frau ist ... wo immer sie das wünscht", schrieb die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton bei Twitter. Kasich war bei der republikanischen Vorwahl in South Carolina auf 7,6 Prozent gekommen.

Quelle: n-tv.de

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