Sonntag, 10. August 2008
Islamistische Anschläge: Terrorgefahr in Deutschland
Islamistische Fundamentalisten sind nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) entschlossen, auch in Deutschland Terroranschläge zu verüben. Angesichts der Verlautbarungen von Al-Kaida und anderer Gruppen seien die Experten seines Hauses davon überzeugt, dass es entsprechenden Beschluss gebe, sagte BKA-Chef Jörg Ziercke dem "Tagesspiegel".
Das BKA sehe mit wachsender Sorge den Aufenthalt deutscher Islamisten in Trainingscamps von Al Kaida, Taliban und Islamischer Dschihad Union in Afghanistan und Pakistan. Es seien inzwischen mehr als 50 Islamisten aus der Bundesrepublik in den Lagern gedrillt worden, sagte Ziercke. Eine "einstellige Zahl" dieser Personen sei wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Insgesamt schätze das BKA die Zahl der "Gefährder" in Deutschland auf knapp 100 Menschen. Als besonders hoch schätzt Ziercke auch die Gefahr für die Bundeswehr-Soldaten im Afghanistan-Einsatz ein.
Ziercke verwies auch auf die gewachsene Gewaltbereitschaft der rechtsextremen Szene in Deutschland. So habe sich die Zahl der rechtsextrem motivierten Brandstiftungen in den ersten fünf Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum verfünffacht. "Ohnehin ist das, was wir an rechtsextremer Gewalt erleben, eine Schande für Deutschland", sagte Ziercke.
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