Sonntag, 07. März 2010
Kämpfe in Nordafghanistan: Terrorgruppen bekriegen sich
Bei schweren Gefechten zwischen rivalisierenden radikal-islamischen Aufständischen im Einsatzgebiet der Bundeswehr im Norden Afghanistans sind mehr als 50 Menschen getötet worden. Wie der Polizeichef der Provinz Baghlan, Kabir Andarabi, mitteilte, stehen sich im Distrikt Baghlan-e-Markasi seit dem Vortag schwer bewaffnete Kämpfer der Taliban und Anhänger der Hesbi-Islami-Bewegung des Kriegsherrn Gulbuddin Hekmatyar gegenüber. Die Kämpfe dauerten an. Nach Angaben von Stammesältesten war zwischen den Gruppen ein Streit um die Vorherrschaft in dem Gebiet eskaliert.
Hesbi-Islami gilt neben den Taliban um Mullah Omar sowie dem Hakkani-Netzwerk als eine der gefährlichsten Terrorgruppen in Afghanistan. Die Organisation um den früheren Ministerpräsidenten Hekmatyar ist vor allem in den nördlichen Provinzen Baghlan und Kundus aktiv, wo sie gegen die Regierung und die internationalen Truppen kämpft. In einigen Gebieten hat Hesbi-Islami Bündnisse mit den Taliban geschlossen. Andernorts operieren die Extremisten-Gruppen unabhängig voneinander. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder vereinzelte Zusammenstöße. Die jüngsten Kämpfe sind jedoch die bislang schwersten seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001.
Zivilisten sterben bei Anschlägen
Im Süden und Osten des Landes kamen unterdessen mindestens fünf Zivilisten bei Anschlägen ums Leben. Das Innenministerium teilte mit, bei einer Bombenexplosion in der südlichen Provinz Kandahar seien am Vortag zwei Kinder getötet worden. Im benachbarten Helmand starb den Angaben zufolge ein Zivilist, als neben einem Konvoi der Internationalen Schutztruppe ISAF eine Bombe detonierte. Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen, hieß es. Zwei weitere Zivilisten kamen bei einem Anschlag im Osten des Landes ums Leben. Die Regierung machte die Taliban für die Anschläge verantwortlich.
Nach Angaben der NATO-geführten ISAF starben am Wochenende im Süden Afghanistans zudem mindestens drei ausländische Soldaten. Zwei seien bei Gefechten mit Aufständischen getötet worden, erklärte die ISAF. Ein weiterer Soldat sei bei der Explosion eines Sprengsatzes ums Leben gekommen. Zur Identität der Toten machte die ISAF wie üblich keine Angaben. Seit Jahresbeginn kamen nach Informationen des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org bereits mehr als 110 ausländische Soldaten am Hindukusch ums Leben.
Große Menge Heroin sichergestellt
Afghanische und britische Sicherheitskräfte haben unterdessen in Helmand eine der größten Opiumlieferungen der vergangenen Jahre beschlagnahmt. Bei dem gemeinsamen Einsatz in der südafghanischen Region seien Ende Februar zwei Lastwagen mit 15 Tonnen Opium gestoppt worden, teilten britische Regierungsvertreter in London mit. Wäre aus dieser Menge Heroin hergestellt worden, hätte es in Westeuropa einen Wert von rund 170 Millionen Euro gehabt, hieß es. Im gesamten vergangenen Jahr wurde knapp halb so viel Opium sichergestellt. Die afghanische Anti-Drogen-Einheit nahm außerdem sechs Männer sowie einen Drogenkurier mit 12 Kilogramm Heroin fest. Die afghanischen Sicherheitskräfte werden von internationalen Ausbildern trainiert, darunter auch deutschen.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Politik
-
Kleine Runde beim Berlinale-Empfang
Filmszene lässt Wulff im Stich
-
Mission ist beendet
Arabische Liga bricht mit Syrien
-
Duisburg schickt OB in die Pension
Sauerland ist abgewählt
-
Geld für Griechenland
Seehofer will Volk fragen
-
Streit um Länderfinanzausgleich
Kretschmann würde vermitteln
-
Laufzeitverlängerung
Frankreich hält an AKW fest
-
Vorwurf der Datenlöschung
BKA setzt sich zur Wehr
-
Tage des Durchatmens
Romney siegt zweifach
-
Arabische Liga berät über Vorgehen
Iran pumpt Geld nach Syrien
-
Vorstoß aus der CDU
Kinderlose sollen zahlen
-
Sieg bei CPAC-Konferenz und in Maine
Romney gewinnt doppelt
-
US-Haushalt 2013
Obama will Geld von Reichen
