Politik

Rekrutierungsvideo von Islamisten : Terroristen nutzen Trump nun doch

Vor zwei Wochen sagt Hillary Clinton, die Dschihadisten-Miliz IS nutze Videos mit Sprüchen von Donald Trump, um Terroristen anzuwerben. Die Behauptung ist offenbar frei erfunden. Mittlerweile wirbt eine somalische Terrorgruppe aber wirklich mit Trump.

"Er ist dabei, der beste Anwerber für den IS zu werden", hatte die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton im Dezember über den Milliardär Donald Trump gesagt, nachdem der ein komplettes Einreiseverbot für Muslime in die USA gefordert hatte. Die Terrormiliz zeige Videos, so Clinton weiter, in denen Trump den Islam und Muslime beleidige, "um mehr radikale Dschihadisten anzuwerben". Der Haken: Clintons Vorwurf stimmte nicht.

Erst jetzt ist ein Film aufgetaucht, der Clinton nachträglich in Teilen Recht gibt. Die Terrormiliz Al-Shabaab, die allerdings nicht dem IS, sondern Al-Kaida nahesteht, veröffentlichte ein Video, das Trump und seine Äußerungen benutzt. Clinton und Trump bewerben sich beide um die Präsidentschaftskandidatur in den USA – Clinton für die der Demokraten, Trump bei den Republikanern.

Der Hinweis auf das Video kommt von der SITE Intelligence Group, die auf die Auswertung islamistischer Propaganda spezialisiert ist. Es gehört in einer Serie, mit der Al-Shabaab versucht, Schwarze in den USA anzuwerben. Diese werden in dem 51-minütigen Video aufgerufen, zum Islam zu konvertieren und den "Heiligen Krieg" aufzunehmen.

Die Szene mit Trump ist der Moment, in dem der unter dem Jubel seiner Anhänger – und in der dritten Person von sich sprechend – sagt: "Donald J. Trump fordert ein totales und völliges Ende der Einreise von Muslimen in die Vereinigten Staaten, bis unsere Vertreter herausgefunden haben, was zur Hölle da los ist."

Eingeleitet wird die Stelle im Film von einem Ausschnitt, in dem der US-Islamist Anwar al-Awlaki die Zukunft der USA in düsteren Farben malt. "Gestern war Amerika ein Land der Sklaverei, der Rassentrennung, des Lynchens und des Ku Klux Klan. Morgen wird es ein Land der religiösen Diskriminierung und von Konzentrationslagern sein", sagt Al-Awlaki, der 2011 bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet wurde. Auch nach dem Ausschnitt mit Trump geht es mit Al-Awlaki weiter: "Der Westen wird sich eines Tages gegen seine muslimischen Bürger wenden", prophezeit er in dem Propagandavideo. Für US-Muslime gebe es nur zwei Möglichkeiten: "Entweder geht ihr, oder ihr kämpft."

Vor Weihnachten hatte Trump Clintons Vorwurf eine "widerliche Geschichte" genannt, die seine Konkurrentin erfunden habe, und eine Entschuldigung von ihr verlangt.

Quelle: n-tv.de

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