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Dienstag, 22. August 2017

Christliche Basilika im Visier: Terrorzelle plante Anschlag auf Wahrzeichen

Die Anschläge in Barcelona und Umgebung folgten nicht den ursprünglichen Plänen der Terroristen. Das bestätigt einer der überlebenden Verdächtigen vor Gericht. Das eigentliche Ziel war demnach das weltberühmte Wahrzeichen der Stadt.

Nach den Anschlägen in Katalonien hat einer der Terrorverdächtigen vor Gericht die Vorbereitung einer noch größeren Terrorattacke gestanden. Dies verlautete aus spanischen Justizkreisen. Bei seiner Vorführung vor Gericht gestand Mohamed Houli Chemlal demnach, dass die Gruppe einen Anschlag mit Sprengstoff geplant hatte. Als mögliche Ziele nannte er die "Sagrada Familia" und weitere Wahrzeichen in Barcelona. Chemlal selbst wurde Tage zuvor bei einer Explosion in Alcanar verletzt. Er stand zusammen mit den überlebenden Attentäter Driss Oukabir, Mohammed Aallaa und Salh El Karib vor dem Gericht.

Einen größeren Anschlag hatten die Behörden bereits vermutet. Nach der Explosion in Alcanar wurden Spuren des bei terroristischen Anschlägen häufig verwendeten Sprengstoffs TATP gefunden, der hochexplosiv ist. Noch nicht sicher geklärt ist, wofür die Attentäter rund 120 Gasflaschen verwenden wollten, die auf dem Anwesen gefunden wurden.

Generalstaatsanwalt José Manuel Maza sagte während der Verhandlung, dass die Hintergründe für die Bombenanschläge in Katalonien sehr "komplex" seien. Grund dafür seien die vielen Verzweigungen der bestehenden Untersuchung, von denen viele außerhalb Spaniens lägen. Es bestehe ebenfalls die Möglichkeit, dass einige Terroristen entkommen sind.

Verdächtige beschuldigen Terror-Imam

Derweil sagten zwei der Verdächtigten vor Gericht aus, dass der Imam Abdelbaki Es Satty Drahtzieher der Anschlagspläne gewesen sei und sie zu der Tat angestiftet habe. Es Satty war bei der Explosion in Alcanar getötet worden. Von diesem Haus aus habe er die Tat geplant und die Bomben vorbereitet.

Driss Oukabir, auf dessen Name der Lieferwagen gemietet war, mit dem die Passanten auf Las Ramblas getötet wurden, revidierte seine Aussage, sein Bruder habe ihm den Pass gestohlen, um das Fahrzeug anzumieten. Er habe den Wagen selbst gemietet, aber gedacht er sei für einen Umzug gedacht.

Die Staatsanwaltschaft beantragte Haft ohne Kaution für die vier Verdächtigen, die erstmals vor Gericht aussagten. Es dürfte Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis es zu einem Prozess kommt.

Die vier Verdächtigen sind die einzigen Überlebenden einer zwölfköpfigen Terrorzelle, die für die Anschläge in Barcelona und Cambrils mit 15 Todesopfern und mehr als 120 Verletzten verantwortlich sein soll. 

Quelle: n-tv.de

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