Politik
Muss den Hut nehmen: Priti Patel
Muss den Hut nehmen: Priti Patel(Foto: imago/ZUMA Press)
Donnerstag, 09. November 2017

Zwei Rücktritte in einer Woche: Theresa May verliert noch eine Ministerin

Nachdem Verteidigungsminister Fallon wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung seinen Hut nehmen musste, erwischt es nun Priti Patel: Die Entwicklungshilfeministerin predigte Offenheit und Transparenz - und praktizierte selbst das genaue Gegenteil.

Die angeschlagene britische Premierministerin Theresa May verliert zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ein prominentes Kabinettsmitglied. Die konservative Regierungschefin nahm am Mittwochabend ein Rücktrittsangebot von Entwicklungshilfeministerin Priti Patel an, die wegen inoffizieller Treffen mit israelischen Regierungsvertretern während eines Urlaubes in die Kritik geraten war. Patel habe sich selbst für Offenheit und Transparenz eingesetzt, erklärte May. Die Entscheidung sei deswegen richtig. Bereits in der vergangenen Woche trat Verteidigungsminister Michael Fallon wegen des Vorwurfes der sexuellen Belästigung zurück.

Patels Treffen mit israelischen Vertretern verstießen gegen diplomatische Gepflogenheiten: Derartige Gespräche werden in Großbritannien vom Außenministerium organisiert und finden in Begleitung anderer Mitarbeiter statt. Zudem gibt es in der Regel auch Treffen mit palästinensischen Vertretern. Wer Patels Nachfolger wird, ist unklar.

Die Konservative May war schon vor den beiden Rücktritten politisch geschwächt. Ihre tief gespaltene Partei hatte bei der Parlamentswahl die absolute Mehrheit verloren und ist auf die Zusammenarbeit mit einer kleinen nordirischen Partei angewiesen. Zudem kommen die Brexit-Gespräche mit der EU nur schleppend voran. Patel setzte sich anders als May energisch für den Brexit ein. Mit dem Rücktritt könnten konservative Abgeordnete die Premierministerin stärker unter Druck setzen, in den Beziehungen zur EU einen klaren Schnitt zu wagen.

Quelle: n-tv.de

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