Donnerstag, 19. November 2009
Drahtzieher des 11. September : Todesstrafe wahrscheinlich
Wird Chalid Scheich Mohammed in den USA zum Tode verurteilt, stirbt er seiner Ansicht nach als "Märtyrer".
(Foto: AP)
US-Präsident Barack Obama erwartet die Todesstrafe für den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001. Es wäre "keine Schande", wenn der derzeit im Lager Guantánamo einsitzende Chalid Scheich Mohammed "die Todesstrafe erhält", sagte Obama dem US-Fernsehsender NBC. Allerdings machte der Präsident auch klar, dass er damit dem Gericht nicht vorgreifen wolle. "Ich werde nicht im Gerichtssaal sein." Das Urteil sei Sache der Richter.
Zuvor hatte Justizminister Eric Holder deutlich gemacht, dass die Anklagebehörde die Todesstrafe gegen Scheich Mohammed fordern werde. Holder hatte kürzlich angekündigt, dass der Beschuldigte sich im kommenden Jahr vor einem Zivilgericht in New York zu verantworten hat. Er verteidigte die Entscheidung im Senat gegen Kritik vor allem von Konservativen, die den mutmaßlichen Hauptdrahtzieher vor ein Militärgericht gestellt sehen wollen. "Unsere Institutionen sind stark, unsere Infrastruktur ist solide, wir sind entschlossen und das Volk ist bereit", sagte er.
Der Justizminister wies Befürchtungen zurück, Scheich Mohammed könne den Gerichtssaal als Propagandabühne nutzen. "Ich bin absolut zuversichtlich, dass die Nation und die Welt ihn als den Feigling sehen werden, der er ist", betonte Holder.
Bislang stand Scheich Mohammed vor einem Militärtribunal in Guantánamo. Dort hatte er sich bereits für schuldig erklärt und die Todesstrafe für sich verlangt. Er wolle als Märtyrer sterben.
Neben Scheich Mohammed sollen noch vier andere mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in New York vor Gericht gestellt werden. Zu der Gruppe gehört Ramzi Binalshibh, der zur Hamburger Zelle um den Anführer der Todespiloten vom 11. September 2001, Mohammed Atta, gezählt wird. Die anderen drei sind Ali Abdel Asis Ali und Mustafa Ahmed al-Hausawi, denen hauptsächlich finanzielle Unterstützung der Anschläge angelastet wird, sowie Walid bin Attasch, der in direktem Kontakt mit den Todespiloten gestanden haben soll.
dpa
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