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Sechs Tornadojets fliegen über Syrien Aufklärungseinsätze.
Sechs Tornadojets fliegen über Syrien Aufklärungseinsätze.(Foto: picture alliance / dpa)

Von der Leyen in der Türkei: Tornado-Piloten bekommen hohen Besuch

Seit Anfang Dezember fliegt die Bundeswehr Aufklärungseinsätze über Syrien, nun schaut die Verteidigungsministerin zu einer Stippvisite vorbei. Moralische Unterstützung können die Soldaten nach den neuesten Ausrüstungsproblemen gut gebrauchen.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist zu einem Truppenbesuch in der Türkei eingetroffen. Die Ministerin landete am Abend auf dem Militärflughafen im südlichen Incirlik nahe Adana, von wo aus die Bundeswehr Einsätze zur Unterstützung des internationalen Kampfs gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) fliegt. Am Donnerstag will von der Leyen ihren türkischen Kollegen Ismet Yilmaz treffen und sich über die Lage informieren.

Die Bundeswehr unterstützt die gegen den IS kämpfende internationale Militärallianz unter US-Führung seit Anfang Dezember, ist jedoch nicht aktiv an den Kämpfen beteiligt. Bis zu sechs Tornado-Jets fliegen inzwischen Aufklärungseinsätze über Syrien und dem Irak. Ein Airbus hilft bei der Betankung von Kampfjets in der Luft, eine Fregatte gibt zudem einem französischen Flugzeugträger Geleitschutz.

Tornados können nicht bei Nacht fliegen

Am Dienstag wurde bekannt, dass die Tornados derzeit nur tagsüber genutzt werden, weil die Cockpitbeleuchtung auf den Nachtflugbrillen der Piloten irritierende Spiegelungen verursacht. Laut Bundeswehr beeinträchtigt dies den Einsatz aber nicht, weil es derzeit keinen Bedarf für Nachtflüge gebe und tagsüber zudem bessere Daten generiert würden. Bis Anfang Februar soll das Problem trotzdem gelöst werden.

Insgesamt können laut Bundestagsmandat bis zu 1200 deutsche Soldaten in den Einsatz entsandt werden, derzeit sind es etwa 410. Die Mission erfolgt auf Bitten der französischen Regierung nach den Anschlägen von Paris Mitte November. Bei den Angriffen, zu denen sich der IS bekannte, wurden 130 Menschen getötet. Die internationale Militärallianz kämpft bereits seit mehr als einem Jahr gegen den IS.

Im internationalen Kampf gegen die Miliz sollen auch die bereits laufenden Einsätze der Bundeswehr im Nordirak und im westafrikanischen Mali ausgeweitet werden. Über die entsprechenden Mandatsentwürfe der Bundesregierung berät derzeit der Bundestag.

Im Nordirak bildet die Bundeswehr kurdische und andere einheimische Kämpfer aus, die gegen den IS vorgehen. Zudem liefert Deutschland Waffen. Derzeit sind etwa hundert Bundeswehrangehörige eingesetzt, was der Obergrenze entspricht. Das neue Mandat sieht bis zu 150 Soldaten vor. Die Obergrenze für die UN-Stabilisierungsmission Minusma im Norden Malis liegt derzeit bei 150 Soldaten, nur zwölf sind aber im Einsatz. Künftig sollen es bis zu 650 sein. Im Süden Malis werden einheimische Soldaten ausgebildet - mit derzeit etwa 200 Kräften bei einer Obergrenze von 350.

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Quelle: n-tv.de

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