Politik
Höcke am 18.10.2015 während der Talksendung "Günther Jauch". Thema war "Pöbeln, hetzen, drohen - wird der Hass gesellschaftsfähig?".
Höcke am 18.10.2015 während der Talksendung "Günther Jauch". Thema war "Pöbeln, hetzen, drohen - wird der Hass gesellschaftsfähig?".(Foto: picture alliance / dpa)

"Bestimmte Dinge tut man nicht": Tragen Medien zum AfD-Erfolg bei?

Die AfD erzielt in hessischen Kommunen bei der Wahl am Sonntag teilweise zweistellige Stimmenergebnisse. Das Zentralkomitee der Katholiken gibt den Medien an der Entwicklung eine Mitschuld. Die hätten die AfD-Politiker erst populär gemacht.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hat den Medien in Deutschland eine Mitverantwortung am aktuellen Höhenflug der rechtspopulistischen AfD gegeben. "Ein Mann wie zum Beispiel der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke wäre heute nicht bekannt, hätte er nicht im Oktober in der Talkshow von Günther Jauch auftreten dürfen", sagte Sternberg der "Augsburger Allgemeinen". Sternberg forderte, Rechtspopulisten weniger mediale Aufmerksamkeit zu schenken.

Auch die Bekanntheit der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch führt der Chef der katholischen Laienorganisation unter anderem auf einen Auftritt in der ARD-Talkshow "Anne Will" zurück. Sternberg stellte klar, dass mit Bürgern, die "eine radikal andere Meinung haben, unbedingt" gesprochen werden müsse. Vertreter von "Sammelbewegungen, die sich dieser Menschen bedienen", müssten jedoch nicht durch Einladungen ins Fernsehen bekannt gemacht und "geadelt" werden.

Die AfD hatte in hessischen Kommunen bei der Wahl am Sonntag teilweise zweistellige Stimmenergebnisse erhalten. Nach Angaben des Landeswahlleiters bleibt die CDU mit 28,2 Prozent stärkste Partei, knapp vor der SPD mit 28,0 Prozent. Drittstärkste Kraft im Land wird die AfD mit 13,2 Prozent. Die Grünen kommen auf 11,6 Prozent.

Sternberg bekräftigte in der Zeitung auch die Ausladung der AfD vom Deutschen Katholikentag Ende Mai in Leipzig. Er warnte davor, "dass rechtsradikale Äußerungen in Kreisen hoffähig werden, von denen ich das nie gedacht hätte". Dazu gehörten die pauschale Verunglimpfung der Medien als "Lügenpresse" oder die Verurteilung geflüchteter Menschen als anonyme "Masse". "Wir als Christen müssen in dieser Situation klarmachen: Bestimmte Dinge tut man nicht", betonte Sternberg.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen