Politik

Vertrag mit Bilfinger Berger: Transparency kritisiert Koch

Transparency International sieht einen möglichen Wechsel des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Koch zum Baukonzern Bilfinger Berger kritisch. Die Anti-Korruptions-Organisation fordert, dass Spitzenpolitiker für mindestens drei Jahre nicht in hohen Positionen der Wirtschaft arbeiten, die zuvor in ihrem Verantwortungsbereich lagen.

Koch weiß, Politik ist nicht alles.
Koch weiß, Politik ist nicht alles.(Foto: dpa)

Die Antikorruptions-Organisation Transparency International kritisiert den erwarteten Wechsel des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) an die Spitze des Baukonzerns Roland Koch wird neuer Chef . "Wir fordern, dass Spitzenpolitiker für mindestens drei Jahre nicht in Positionen der Wirtschaft arbeiten, die zuvor in ihrem Verantwortungsbereich lagen", sagte die Transparency-Vorsitzende Edda Müller der "Berliner Zeitung".

Bilfinger Berger sucht einen Nachfolger für Konzernchef Herbert Bodner, dessen Vertrag Mitte 2011 ausläuft. Der Konzern spricht deswegen mit Koch und anderen Bewerbern. In Kochs Regierungszeit hatte Bilfinger Berger einen 80-Millionen-Euro-Auftrag zum Bau der Nordwest-Landebahn des Frankfurter Flughafens erhalten. "Es ist bedenklich, dass Koch ausgerechnet in diesem Bereich seine berufliche Zukunft sucht", sagte Müller. ""Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass dies eine Belohnung für früheres Wohlverhalten sein könnte."

Koch war Ende August nach elf Jahren als Ministerpräsident abgetreten, um in die Wirtschaft zu wechseln. Auch die Grünen kritisieren seinen möglichen Wechsel zu dem Baukonzern, der "von den Entscheidungen der Landesregierung in der Vergangenheit stark profitiert" habe.

Pfusch bei Bilfinger

Zu Jahresbeginn hatte es gegen Bilfinger Pfuschvorwürfe im Zusammenhang mit U-Bahn-Baustellen in Köln und Düsseldorf und mit einer Schnellbahntrasse in Bayern gegeben. Nahe einer Baugrube in Köln stürzte vor mehr als einem Jahr das Historische Archiv der Stadt ein. Dabei starben zwei Menschen. Deutschlands Branchenzweiter hinter Hochtief räumte Qualitätsmängel bei den U-Bahn-Baustellen ein, bestritt aber Mängel an der ebenfalls kritisierten ICE-Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt. Beim Neubau der Autobahn von Hamburg nach Bremen löste sich Fahrbahnbelag über mehrere Kilometer auf, was einem Gutachten zufolge an Materialfehlern lag.

Quelle: n-tv.de

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