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Der staatliche Erdölkonzern ist ein Musterbeispiel für Korruption - Brasilien hat dadurch mehrere Plätze im Korruptionsindex verloren.
Der staatliche Erdölkonzern ist ein Musterbeispiel für Korruption - Brasilien hat dadurch mehrere Plätze im Korruptionsindex verloren.(Foto: dpa)

Weniger Korruption in Deutschland: Transparency sieht weltweit Verbesserungen

Korruption ist weltweit immer noch weit verbreitet. Der neue Index von Transparency International gibt allerdings Anlass zur Hoffnung: Die Lage hat sich letztes Jahr in mehr Ländern verbessert, als verschlechtert - Deutschland gehört zur Spitzengruppe.

Im weltweiten Kampf gegen Korruption hat es vergangenes Jahr einige Fortschritte gegeben. Im neuen Corruption Perceptions Index von Transparency International gibt es mehr Staaten, in denen sich die Lage verbessert hat, als Länder, in denen sie sich verschlechterte. Allerdings sei in zwei Dritteln der 168 untersuchten Länder die Korruption weiterhin sehr hoch, erklärt Transparency.

Auf Platz eins im CPI steht zum zweiten Mal in Folge Dänemark mit 91 Punkten. Mit Finnland und Schweden folgen zwei weitere skandinavische Länder. Deutschland landet in dem Index mit 81 Punkten auf Platz 10. Damit erhielt die Bundesrepublik zwei Punkte mehr als noch 2014 und verbesserte sich um zwei Plätze. Die USA erhielten ebenso wie Österreich 76 Punkte und erreichten damit den 16. Platz.

Am korruptesten unter den 168 untersuchten Staaten wird die Lage in Nordkorea und Somalia gesehen. Beide erhielten jeweils nur acht Punkte. Nur knapp über ihnen stehen Afghanistan und der Sudan. Insgesamt erhielten rund zwei Drittel der Länder weniger als 50 Punkte.

Konflikte machen anfällig für Korruption

Am stärksten verschlechtert hat sich im Jahresvergleich die Bewertung Brasiliens, dort sorgte ein Korruptionsskandal um den staatlichen Erdölkonzern Petrobras für Schlagzeilen. Brasilien verlor dadurch 5 Punkte und fiel auf Platz 76. In Europa hat sich laut Transparency die Lage in Ungarn, Spanien, Mazedonien und der Türkei deutlich verschlechtert. Klar verbessert haben sich im Vergleich zum Vorjahr unter anderem Tschechien, Ruanda, die Niederlande, Österreich, Jordanien und Namibia.

Der Index basiert auf Einschätzungen zur Korruption im öffentlichen Sektor, die von Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen abgegeben werden. Die Skala reicht von 0 Punkten - als sehr korrupt wahrgenommen - bis zu 100 Punkten für völlige  Korruptionsfreiheit.

Besonders korruptionsanfällig sind laut Transparency häufig Länder mit bewaffneten Konflikten. In Afghanistan zum Beispiel seien Hilfsgelder in Millionenhöhe, die dem Wiederaufbau des Landes dienen sollten, gestohlen worden. Dies untergrabe die Bemühungen um eine Friedenslösung, erklärte die Organisation. Die "verheerenden Konflikte" in Ländern wie Irak, Libyen oder Sudan verhinderten eine Stärkung der staatlichen Institutionen.

Quelle: n-tv.de

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