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Ohne Rücksicht auf Verluste: Donald Trump.
Ohne Rücksicht auf Verluste: Donald Trump.(Foto: dpa)

Unter Republikanern: Trump: "Er ist eine Pussy"

Wer wird US-Präsidentschaftskandidat? Bei den Republikanern ist Ted Cruz der schärfste Konkurrent von Milliardär Donald Trump. Bei einer Wahlveranstaltung in New Hampshire nimmt Trump eine Vorlage gegen seinen Widersacher daher gern auf.

Donald Trump ist aufgebracht. "Die Menschen sind besorgt über meinen Ton", ruft er empört in die Verizon Wireless Arena hinein. Trump spricht auf einer Wahlveranstaltung in Manchester, der größten Stadt im US-Bundesstaat New Hampshire, wo in der Nacht auf Mittwoch die zweite Vorwahl für die Präsidentschaftswahl im November stattfindet. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber redet gerade über seinen Konkurrenten Ted Cruz, da schreit eine Frau aus dem Publikum plötzlich in seinen Vortrag hinein. Etwas über Cruz.

Trump stoppt. "Sie hat etwas Schreckliches gesagt", sagt er und zeigt mit dem Finger auf die Frau. "Wisst ihr, was sie gesagt hat?", fragt er und wendet sich wieder an die schreiende Frau. "Sprechen Sie es aus, denn ich will es nicht ..." Wieder schreit die Frau, doch erneut geht es im Rund der Arena verloren. Trump grinst und schüttelt den Kopf. "Es ist nicht erlaubt, so etwas zu sagen und ich will so etwas von Ihnen nicht mehr hören", ruft er mit erhobenem Zeigefinger.

Doch dann tut Trump es doch – und wiederholt, was die Frau über Cruz gesagt hat. "Sie hat gesagt - und ich will das nicht mehr hören: 'Er ist eine Pussy.' Das ist schrecklich." Jubel und Gelächter erklingen in der Halle, Trump dreht ab, schüttelt den Kopf und schwingt gespielt empört mit den Armen. Im Publikum ertönen jetzt laute "Trump"-Rufe. Der 69-Jährige lacht verschmitzt.

Trump spielt das Spielchen der Empörung noch ein bisschen weiter. "Was für Menschen habe ich denn hier?", ruft er, gibt sich dann doch gnädig. "Sie werden gerügt, okay?", sagt er zu der Frau, um sich dann an die restlichen Zuhörer zu wenden: "Darf sie hier bleiben?" Ein lautes "Yes" tönt durch die Halle.

"She got schlonged"

Im Wahlkampf schreckt Trump nicht davor zurück, seine Konkurrenten aggressiv und verächtlich anzugehen. Bei einer Wahlveranstaltung im Dezember sagte er über Hillary Clinton, bei den Vorwahlen 2008 sei sie die Favoritin gewesen, habe dann aber verloren. "She got schlonged", sagte Trump. Schlong heißt übersetzt Penis. Im Januar sagte er: "Ich könnte mitten auf der Fifth Avenue stehen und jemanden erschießen, und ich würde keine Wähler verlieren."

Eine Sprecherin von Cruz sagte über die "Pussy"-Anekdote: "Das ist die neueste Episode in der Reality-Show, zu der Trump seine Kampagne gemacht hat. Aber lassen Sie unsnicht vergessen, wer wen geschlagen hat in Iowa." Tatsächlich hat Trumps Ärger über Cruz wohl vor allem einen Grund. Beim Caucus in Iowa hatte der Senator aus Texas ihn auf den zweiten Platz verdrängt. Trump warf Cruz anschließend sogar Wahlbetrug vor und forderte Neuwahlen. Der 69-Jährige kann den Rückstand jedoch möglicherweise schon bald aufholen.

Bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire hat Trump nämlich gute Chancen. Einer aktuellen Umfrage von CNN zufolge liegt er dort mit 31 Prozent deutlich vor allen anderen Kandidaten der Republikaner. Auf den Milliardär folgen Marco Rubio (17 Prozent), Ted Cruz (14), John Kasich (10) und Jeb Bush (7). Der vulgäre Ton in seinem Wahlkampf scheint Trump also nicht gerade zu schaden.

Quelle: n-tv.de

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