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Mittwoch, 08. November 2017

Warnung an Nordkorea: Trump: "Fordert uns nicht heraus"

US-Präsident Donald Trump findet bei seiner Rede vor dem südkoreanischen Parlament sehr deutliche, aber keine kriegerischen Worte: Wenn der Norden abrüste, gebe es einen gemeinsamen Weg. Einen Überraschungsbesuch ins Grenzgebiet muss er abblasen.

US-Präsident Donald Trump hat deutliche Warnungen an die Adresse Nordkoreas gerichtet, den Konflikt aber nicht weiter angeheizt. In einer Rede vor der Nationalversammlung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sagte Trump: "Ich hoffe, für alle freien Nationen zu sprechen und nicht nur für die USA, wenn ich sage - unterschätzt uns nicht. Fordert uns nicht heraus."

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Trump zeichnete in seiner gut 30-minütigen Ansprache in Seoul den scharfen Kontrast zwischen einem freien, prosperierenden Südkorea und einem völlig verkommenen, am Boden liegenden Norden. "Nordkorea ist ein Land, das wie eine Sekte regiert wird", sagte der US-Präsident. Nordkorea sei eine Hölle, die kein Mensch verdiene. Scharf kritisierte Trump Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea. An die Adresse der Südkoreaner sagte Trump: "Euer Erfolg ist der größte Grund für Angst und Panik im Norden." Schon die Gegenwart eines freien und unabhängigen Südkorea bedrohe das nordkoreanische Regime in seiner Existenz.

Anders als am Vortag, als Trump mit sehr diplomatischen und zurückhaltenden Äußerungen überrascht hatte, sprach er nun zwar nicht mehr davon, dass es Bewegung in dem festgefahrenen Konflikt gebe. Er eskalierte aber auch nicht weiter. Den nordkoreanischen Führer Kim Jong Un beleidigte er nicht. Trumps Rhetorik war kräftig, aber nicht kriegerisch. Er sagte: "Amerika sucht keinen Konflikt. Aber wir gehen ihm nicht aus dem Weg." Unter seiner Führung bauten die USA das Militär komplett neu auf, sagte Trump.

"Wir bieten eine viel bessere Zukunft"

"Jetzt ist die Zeit für Stärke. Wenn du Frieden willst, musst du jederzeit mit Stärke agieren", sagte Trump. Der US-Präsident rief dazu auf, dass alle Nationen Nordkorea isolieren sollten. Das gelte auch für China und Russland. Niemand dürfe Nordkorea in irgendeiner Weise unterstützen.

Trump warnte Nordkorea vor der Fehleinschätzung, seine Regierung so zu behandeln wie ihre Vorgänger. Pjöngjang könne Atomwaffen nicht als Faustpfand nutzen. Unmittelbar an die Adresse von Kim Jong Un gewandt, sagte Trump: "Ihre Waffen machen Sie nicht sicherer." Vielmehr gefährdeten sie seine Macht.

Trump sagte: "Wir bieten einen Weg zu einer viel besseren Zukunft an. Er beginnt mit einem Ende der Aggression Ihres Regimes." Dafür seien ein Stopp des Waffenprogramms und die völlige Denuklearisierung der Halbinsel zwingende Voraussetzungen.

In Sichtweite der weiträumig abgeschirmten Nationalversammlung gingen zahlreiche Menschen für und gegen Trump auf die Straße. Dabei kam es zu einzelnen Handgreiflichkeiten zwischen den Gruppen auf beiden Seiten. Tausende Bereitschaftspolizisten waren im Einsatz.

Trump scheitert mit Reise

Am Morgen war Trump wegen schlechten Wetters mit dem Versuch gescheitert, unangekündigt in die demilitarisierte Zone (DMZ) zwischen Süd- und Nordkorea zu fliegen. Nach Angaben seiner Sprecherin Sarah Sanders war er nur noch fünf Minuten von der DMZ entfernt gewesen, bevor dichter Nebel die Hubschrauber zum Umkehren gezwungen habe. Der Präsident habe eine Stunde lang in seinem Wagen auf besseres Wetter gehofft. Dann kehrte seine Kolonne nach Seoul zurück. "Ich denke, dass er sehr enttäuscht ist", sagte Sanders.

Trump wollte das schwer gesicherte Gebiet gemeinsam mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Moon Jae In besuchen. Moon wartete bereits in der DMZ. Es wäre das erste Mal gewesen, dass die Präsidenten der USA und Südkoreas die DMZ besucht hätten. Am Nachmittag Ortszeit reist der US-Präsident nach Peking weiter.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatten sich mit Beschimpfungen und harschen Drohungen überzogen. Das nährte große Sorgen vor einem Krieg.

Quelle: n-tv.de

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