Politik
Jared Kushner (l.) lauscht den Worten seines Schwiegervaters Donald Trump. In Sachen E-Mail-Affäre hat er wohl nicht richtig zugehört.
Jared Kushner (l.) lauscht den Worten seines Schwiegervaters Donald Trump. In Sachen E-Mail-Affäre hat er wohl nicht richtig zugehört.(Foto: REUTERS)
Montag, 25. September 2017

Kushner nutzt privates Mailkonto: Trump-Schwiegersohn begeht Clinton-Fehler

Der Gebrauch eines privaten E-Mail-Kontos in ihrer Tätigkeit als Außenministerin kostet Hillary Clinton Wählerstimmen im Wahlkampf gegen Donald Trump. Dessen Schwiegersohn Jared Kushner scheint aus der Affäre nichts gelernt zu haben.

Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, hat ein privates E-Mail-Konto für seine Tätigkeit als Berater im Weißen Haus genutzt. Kushner habe so mit Mitarbeitern unter anderem über Pressetermine und andere Planungen kommuniziert. Das berichtet das Magazin "Politico".

Neben seinem offiziellen E-Mail-Account nutzte Kushner seine Privatadresse zudem zum Austausch mit außenstehenden Beratern, Medienvertretern und Eventplanern. Das US-Magazin soll in diesem Zusammenhang zwei Dutzend Mails eingesehen haben.

Ein Anwalt von Kushner, Abbe Lowell, bestätigte in einer Erklärung, sein Mandant habe von Januar bis August "weniger als hundert E-Mails" über seinen privaten Account gesendet oder erhalten. Vorwiegend soll sein Klient Nachrichtenartikel und politische Statements versendet haben. Dabei habe Kushner vorwiegend auf Mails geantwortet, die an seinen privaten Account gegangen seien.

Kein Hinweis auf vertrauliche Informationen

Zu den Beratern, die mit Kushner über dessen privates E-Mail-Konto kommuniziert haben, gehören laut "Politico" Trumps ehemaliger Stabschef Reince Priebus, der ehemalige Chefstratege Stephen Bannon, Direktor des "National Economic Council" Gary Cohn und der Medienexperte Josh Raffel.

In Kushners Fall gibt es bislang keine Hinweise, dass er vertrauliche oder geheime Informationen vermittelt hat. Einen faden Beigeschmack hat die Sache dennoch: Donald Trump hatte seine Kontrahentin Hillary Clinton wegen ihres dienstlichen Gebrauchs eines privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als Außenministerin scharf angegriffen. Eine Maßnahme, die für den Ausgang der Wahl nicht unerheblich war, wie Evan Siegried, Berater der republikanischen Partei, sagte.

Kushner ist auch in die Russland-Affäre verstrickt, die der Sonderermittler Robert Mueller aufklären soll. Dabei geht es um mögliche Absprachen zwischen dem Trump-Team und russischen Regierungsvertretern im Wahlkampf. Kushner hatte im Juni 2016 an einem Treffen mit einer russischen Anwältin teilgenommen, bei dem es um brisantes Material über die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Clinton gegangen sein soll.

Quelle: n-tv.de

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