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Freitag, 21. Juli 2017

Nur sechs Monate im Amt: Trump-Sprecher Spicer schmeißt hin - Vize übernimmt

Turbulenzen im Weißen Haus: Donald Trumps Speerspitze in der Presseöffentlichkeit, sein Sprecher Spicer, räumt das Feld. Der US-Präsident setzt seinen Kurs fort, sich vor allem mit Wall-Street-erfahrenem Personal zu umgeben.

Der seit langer Zeit umstrittene Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, hat seinen Rücktritt angekündigt. Es sei ihm eine Ehre gewesen sei, dem US-Präsidenten und dem Land zu dienen, twitterte er am Abend. Er werde noch bis Ende August seine Arbeit fortsetzen. Seine bisherige Stellvertreterin, Sarah Huckabee Sanders, übernimmt den Posten als US-Präsidentensprecherin. Grund für Spicers Rücktritt soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge die Berufung von Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses sein. Spicer habe zu US-Präsident Donald Trump gesagt, die Entscheidung für Scaramucci sei "ein großer Fehler", berichtete die "New York Times".

Scaramucci ist es dann, der am Abend die Beförderung von Huckabee Sanders bekannt gibt. Er lobt Spicer in den höchsten Tönen: "Sean ist ein wahrer amerikanischer Patriot. (...) Er hat eine großartige Familie und er hat einen großartigen Job gemacht. Das ist natürlich eine schwierige Situation. Ich bewundere seine Leistung hier. Ich liebe den Typen und ich wünsche ihm alles Gute. Ich hoffe, er macht weiter und verdient eine enorme Menge Geld."

Grund für Spicers Rücktritt: Anthony Scaramucci.
Grund für Spicers Rücktritt: Anthony Scaramucci.(Foto: REUTERS)

Huckabee Sanders verliest dann eine Erklärung Präsident Trumps. Darin zeigt er sich überzeugt, dass Spicer weiterhin erfolgreich sein wird. "Schauen Sie sich nur seine Einschaltquoten im Fernsehen an", zitiert ihn die neue Sprecherin.

Der 45-jährige Spicer war vom ersten Tag der Amtsübernahme Trumps an umstritten. Er hatte sich am Tag nach der Amtseinführung des Präsidenten einen heftigen Streit mit Journalisten über die Zahl der Besucher bei der Zeremonie vor dem Kapitol in Washington geliefert. In den sechs Monaten seiner Zeit als Sprecher des Weißen Hauses kam es immer wieder zu heftigen Wortgefechten mit Journalisten.

Spicer wurde zu einer Galionsfigur der Trump-Regierung. Er wurde anderem deshalb zum Thema in zahlreichen Comedy-Sendungen des US-Fernsehens. Schon öfter wurde spekuliert, Trump sei unzufrieden mit dessen Arbeit und Spicer stehe vor der Entlassung.

Scaramucci kommt aus dem Dunstkreis der Wall Street

Zuletzt hatte er sich aus der Öffentlichkeit stärker zurückgezogen und die Pressebriefings seiner Stellvertreterin Huckabee Sanders überlassen. Das Verhältnis zwischen Spicer und Scaramucci gilt als belastet. Scaramucci gilt auch als Gegenspieler von Trumps Stabschef Reince Priebus. Spicer und Priebus kommen aus dem Parteigefüge der Republikaner, der Investor Scaramucci ist wie Trump ein Außenseiter und kommt aus dem Dunstkreis der Wall Street.

Scaramucci ist ein wohlhabender Finanzier und Politstratege, der bislang für die Export-Import-Bank der USA arbeitete. Früher war er für das Investmenthaus Goldman Sachs tätig, dem zahlreiche führende Figuren in Trumps Administration, wie etwa Wirtschaftsberater Gary Cohn und Finanzminister Steven Mnuchin entstammen. Scaramucci war auch in der Übergangsphase nach der Wahl und vor der Amtseinführung Trumps für dessen Team tätig.

Der Posten des Kommunikationsdirektors im Weißen Haus war seit Mai dieses Jahres nicht mehr besetzt. Zuvor hatte ihn bis zu seinem Ausscheiden Michael Dubke inne.

Quelle: n-tv.de

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