Politik
US-Präsident Donald Trump hat sich durch einige seiner Tweets bei vielen Briten unbeliebt gemacht.
US-Präsident Donald Trump hat sich durch einige seiner Tweets bei vielen Briten unbeliebt gemacht.(Foto: AP)
Donnerstag, 12. Oktober 2017

London-Besuch "heruntergestuft": Trump bleibt Treffen mit Queen wohl verwehrt

Kurz nach seinem Amtsantritt lädt Großbritanniens Premier May den US-Präsidenten zu einem Staatsbesuch nach London ein - doch die Briten sind "not amused". Einem Zeitungsbericht zufolge könnte es nun eher eine Stippvisite werden. Ohne Handshake mit der Queen.

Anfang des kommenden Jahres soll US-Präsident Donald Trump Großbritannien besuchen - doch um den Umfang des Besuchs gibt es seit Monaten eine scharfe Kontroverse. Mehr als 1,8 Millionen Briten hatten eine Petition gegen einen möglichen Empfang Trumps bei der Queen unterzeichnet. Einem Bericht des Londoner "Evening Standard" zufolge sollen sie damit zumindest vorerst Erfolg gehabt haben. Demnach sei die Reise zu einem "Arbeitsbesuch" heruntergestuft worden - ohne roten Teppich und ohne eine Begegnung mit Queen Elizabeth II., wie bei einem formellen Staatsbesuch üblich.

Queen Elizabeth und Ex-Präsident Barack Obama 2011 bei Staatsbankett im Buckingham Palace.
Queen Elizabeth und Ex-Präsident Barack Obama 2011 bei Staatsbankett im Buckingham Palace.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Diplomatenkreisen. Geplant sei, dass Trump auf einer ohnehin geplanten Reise durch Europa auch Halt in der britischen Hauptstadt macht. Laut "People"-Magazin wird er neben Treffen mit Würdenträgern und Politikern womöglich auch die neue US-Botschaft in London einweihen. Die Ehre, die Königin zum Dinner zu treffen, werde Trump jedoch verwehrt bleiben - zumindest vorerst. Angeblich sind Treffen mit US-Präsidenten in der Regel erst für deren zweite Amtszeit vorgesehen.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre beweist allerdings, dass in dieser Sache Ausnahmen eher die Regel sind. Trumps Vorgänger Barack Obama und seine Frau Michelle trafen die Queen bereits 2011, also noch vor der Wiederwahl, im Winfield House in London. George W. Bush wurde 2003 von Elizabeth II. höchstpersönlich empfangen - und durfte mit Ehefrau Laura sogar im Buckingham-Palast übernachten. Tatsächlich hat die langjährige Monarchin seit 1950 alle US-Präsidenten getroffen, bis auf einen: Lyndon B. Johnson.

Redeverbot vor dem Unterhaus

Für die britische Premierministerin Theresa May ist die Sache überaus peinlich. Immerhin hatte sie Trump nach dessen Amtsantritt im Januar mit dem Versprechen zum Staatsbesuch nach London eingeladen, dass er Gast der Queen sein werde. Ursprünglich war der Besuch zudem schon für den Sommer geplant gewesen. Doch nach Boykottaufrufen und Protesten hatte Trump im Juni einen Rückzieher gemacht. Der Empfang wäre wohl auch wenig herzlich ausgefallen: Selbst der Sprecher des britischen Unterhauses, John Bercow, hatte gedroht, den US-Präsidenten nicht vor den Abgeordneten sprechen zu lassen.

Offiziell hält May weiter an den Plänen für einen großen Staatsbesuch fest. "Unsere Positionen dazu haben sich nicht geändert", erklärte ein Sprecher der Downing Street dem "People"-Magazin. Es sei eine Einladung ausgesprochen worden und Trump habe sie angenommen. Ein genauen Termin für den Besuch gebe es aber noch nicht. Der US-Präsident hatte die Briten unter anderem damit gegen sich aufgebracht, dass er Äußerungen des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan nach der Terrorattacke auf der London Bridge als "armselig" bezeichnet hatte. Viele forderten deshalb, die Queen möge Trump nicht empfangen.

Quelle: n-tv.de

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