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Viele Menschen auf Puerto Rico stehen vor dem Nichts und sind auf Hilfsgüter angewiesen.
Viele Menschen auf Puerto Rico stehen vor dem Nichts und sind auf Hilfsgüter angewiesen.(Foto: imago/ZUMA Press)
Donnerstag, 28. September 2017

Prekäre Lage in Puerto Rico: Trump erleichtert Hilfslieferungen

Puertos Ricos Häfen können laut Gesetz nur Schiffe unter amerikanischer Flagge beliefern. Diese Bestimmung setzt US-Präsident Donald Trump jetzt außer Kraft, um den Wiederaufbau nach den Zerstörungen durch Hurrikan "Maria" zu unterstützen.

US-Präsident Donald Trump hat mit sofortiger Wirkung eine Bestimmung außer Kraft gesetzt, die Schiffslieferungen ins vom Hurrikan "Maria" zerstörte US-Außengebiet Puerto Rico erschwert. Das teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders in Washington mit.

Der sogenannte "Jones Act" besagt, dass Schiffe mit Güterlieferungen von den USA aus nur dann einen anderen US-Hafen anlaufen dürfen, wenn sie unter US-Flagge fahren. Als US-Außengebiet unterliegt auch Puerto Rico dem Gesetz, das ausländischen Schiffen somit die Lieferung von Hilfsgüter untersagt hatte. Der "Jones Act" war bereits vom 8. bis 22. September wegen der Hurrikans ausgesetzt, trat dann aber wieder in Kraft.

Die Anordnung wurde zuletzt heftig kritisiert, Trump wurde sogar vorgeworfen, die Unterstützung für das Außengebiet der Vereinigten Staaten absichtlich zu verzögern. Hilfsorganisationen und Bürger in Puerto Rico haben neben den immensen Hurrikan-Schäden mit Trinkwasser- und Treibstoffmangel zu kämpfen. Auch die mangelnde Stromversorgung verzögert die Wiederaufbau-Arbeiten. Es könne im Extremfall sogar zu Todesfällen führen. Vor allem Benzin werde gebraucht, um die Hilfsgüter verteilen zu können.

Trump will am kommenden Dienstag Puerto Rico besuchen. Die Inselregierung hatte zuvor ein Hilfspaket von Washington gefordert. Puerto Rico stand zuletzt auch ohne Wetterkatastrophen mehrmals vor der Pleite und war auf Hilfen der USA angewiesen. Als assoziierter Freistaat gehört die Insel nicht zu den Vereinigten Staaten. Zwar sind die Bewohner US-Bürger, aber sie dürfen nicht an der Präsidentschaftswahl teilnehmen, und ihre Delegierten im Kongress in Washington haben kein Stimmrecht.

Quelle: n-tv.de

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