Politik
Mann der drastischen Worte: Donald Trump.
Mann der drastischen Worte: Donald Trump.(Foto: AP)
Sonntag, 24. September 2017

US-Bürger gegen Präventivschlag: Trump kontert Anfeindungen aus Nordkorea

Der Krieg der Worte zwischen den USA und Nordkorea eskaliert weiter. Nach verbalen Attacken durch Außenminister Ri schlägt Donald Trump mit drastischen Worten zurück. Dass die USA militärisch aktiv werden, will ein Großteil der eigenen Bevölkerung jedoch nicht.

US-Präsident Donald Trump hat auf Nordkoreas jüngste Angriffsdrohung mit eigenen Drohungen und Schmähungen gegen Machthaber Kim Jong Un und dessen Außenminister Ri Yong Ho reagiert. "Habe gerade Nordkoreas Außenminister vor den UN reden gehört. Wenn er die Gedanken des kleinen Raketenmanns wiederholt, werden sie nicht mehr lange da sein", schrieb Trump auf Twitter.

Ri hatte vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen gesagt, Raketen auf das US-Festland abzufeuern sei nach den jüngsten Verbalattacken von Trump unausweichlich geworden. Trump hatte in Anspielung auf Kim und dessen Raketentests gesagt: "Der Raketenmann ist auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime." Ri sagte, Trumps Rede bei der UN, in der er auch mit der völligen Vernichtung Nordkoreas gedroht hatte, sei unverantwortlich gewesen.

US-Bevölkerung gegen Präventivschlag

In seiner Ansprache konterte Ri die harte Rhetorik Trumps mit ähnlich scharfen Tönen. Trump sei ein "Geisteskranker voller Größenwahn und Selbstgefälligkeit", sagte er. "Niemand außer Trump selbst ist auf einer selbstmörderischen Mission." Trump mangele es an "grundlegendem Allgemeinwissen", dem die Konsequenzen seiner Worte möglicherweise nicht bewusst seien. Falls unschuldige Amerikaner im Konflikt beider Länder verletzt werden sollten, sei Trump dafür "total verantwortlich".

Dass die verbalen Anfeindungen eskalieren, wollen viele US-Amerikaner dagegen nicht. Zwei Drittel lehnen einer Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC zufolge einen Präventivschlag gegen Nordkorea ab. 72 Prozent der gut 1000 Befragten vertrauen zudem eher auf die Führung des US-Militärs als auf Präsident Donald Trump, mit dem Konflikt verantwortungsvoll umzugehen.

Insgesamt lehnen 57 Prozent die Arbeit von Trump ab, während 39 Prozent diese gutheißen. Die Umfrage fand zwischen dem 18. und dem 21. September statt und fiel damit zeitlich zusammen mit der Rede Trumps vor den Vereinten Nationen.

Trump-Bomber an Kims Küste

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA über die Raketen- und Nukleartests von Pjöngjang hatte sich erst am Freitag weiter zugespitzt. Als Reaktion auf kriegerische Töne von Trump vor den Vereinten Nationen erklärte Kim: "Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und auf jeden Fall mit Feuer bändigen." Zudem drohte das Regime mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik.

Trump nannte Kim daraufhin einen "Irren". "Nordkoreas Kim Jong Un, der offensichtlich ein Irrer ist, dem es nichts ausmacht, sein Volk auszuhungern oder zu töten, wird auf die Probe gestellt werden wie nie zuvor", twitterte Trump.

Derweil schickten die USA mehrere B-1B-Bomber aus Guam und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea. Es sei das erste Mal in diesem Jahrhundert, dass amerikanische Kampfflugzeuge oder Bomber so weit nördlich der entmilitarisierten Zone vor der nordkoreanischen Küste geflogen seien, teilte das Pentagon am Samstag mit. Das unterstreiche, wie ernst die USA das "verwegene Verhalten" Pjöngjangs nähmen.

Pjöngjang veranstaltet Massenkundgebung

Vor dem Hintergrund des eskalierenden Konflikts mobilisierte das politisch weitgehend isolierte Regime Nordkoreas am Samstag Zehntausende von Bürgern in Pjöngjang zu einer Kundgebung gegen die USA. Mehr als 100.000 Menschen aus allen Gesellschaftsschichten hätten sich auf dem Kim-Il-Sung-Platz der Hauptstadt "in dem vollen Geist versammelt, die Feinde auszulöschen", berichteten die Staatsmedien.

Alle Parteimitglieder und Bürger von Pjöngjang seien entschlossen, "die US-Imperialisten, den eingeschworenen Feind, vollständig von der Erde zu beseitigen", rief demnach der Vizevorsitzende des Stadtkomitees der herrschenden Arbeiterpartei, Choe Hak Chol, als einer von mehreren Rednern der Menge zu.

Quelle: n-tv.de

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