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"Rafft euch aus dem Bett auf und geht wählen", fordert Donald Trump seine Anhänger auf.
"Rafft euch aus dem Bett auf und geht wählen", fordert Donald Trump seine Anhänger auf.(Foto: REUTERS)

Sanders gegenüber Clinton im Vorteil: Trump muss in New Hampshire liefern

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur in den USA geht in die nächste Runde. Am kommenden Dienstag steht die zweite Vorwahl an - diesmal in New Hampshire an der Ostküste. Donald Trump steht nach dem Wahldebakel in Iowa nun mächtig unter Druck.

Für seine Anhänger in New Hampshire hat Donald Trump eine klare Ansage parat: "Rafft euch aus dem Bett auf und geht wählen", sagte der republikanische Präsidentschaftsbewerber bei einem Auftritt in dem Bundesstaat im Nordosten der USA. In New Hampshire findet am Dienstag die nächste Vorwahl statt - und Trump muss dort nach dem zweiten Platz in Iowa zeigen, dass er mit seinen markigen Sprüchen nicht nur in Umfragen, sondern auch an der Wahlurne gewinnen kann.

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Bei den Demokraten deutet in dem Bundesstaat mit 1,3 Millionen Einwohnern viel auf einen Sieg des linken Senators Bernie Sanders hin. Meinungsforscher sehen Sanders, der aus dem Nachbarstaat Vermont stammt, laut der Website realclearpolitics.com fast 20 Prozentpunkte vor Clinton. Der Senator galt in New Hampshire schon länger als wahrscheinlicher Sieger - in jüngsten Umfragen holte der 74-Jährige aber auch landesweit gegenüber der als Favoritin gehandelten früheren Außenministerin auf.

Schlechter Verlierer

Trump, der Widersacher gerne als "Verlierer" verspottet, machte am Montag in Iowa eine für sein Selbstverständnis beinahe demütigende Erfahrung. Entgegen der Vorhersagen unterlag er dem erzkonservativen Senator Ted Cruz beim Vorwahl-Auftakt. Zwar versuchte er, sich nachträglich als Außenseiter darzustellen, doch das Ergebnis nährte Zweifel, ob der rechtspopulistische Milliardär seinen Feldzug gegen die Eliten tatsächlich in Wählerstimmen ummünzen kann.

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Die Anhänger der Republikaner im Nordosten unterscheiden sich von den Parteianhängern in Iowa. Im Mittleren Westen spielen evangelikal-christliche Wähler eine größere Rolle, ein Pluspunkt für Cruz. Eine aktuelle Umfrage für CNN sieht Trump in New Hampshire mit 29 Prozent klar vor der Konkurrenz. Doch der Immobilientycoon scheint den Zahlen nicht mehr zu trauen. "Egal, wo ihr seid, egal, wie ihr euch fühlt, das ist mir vollkommen egal. Ihr müsst euch beteiligen", beschwor er seine Anhänger.

Jeb Bush "fast zu höflich"

Für die Präsidentschaftsbewerber, die dem republikanischen Establishment zugerechnet werden, könnte die Vorwahl in New Hampshire derweil zur Schicksalsstunde werden. Sie stehen enorm unter Druck, bei der gemäßigteren konservativen Wählerschaft des Neuengland-Staates zu punkten. Das gilt vor allem für Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, der sich vor einem Jahr mit einem prall gefüllten Spendenkonto in der Favoritenrolle befand.

In Iowa holte der Sohn von Ex-Präsident George Bush und Bruder von Ex-Präsident George W. Bush weniger als drei Prozent, in New Hampshire sieht ihn die CNN-Umfrage bei zehn Prozent. Am Freitag bemerkte seine Mutter Barbara Bush bei einem gemeinsamen Fernsehinterview, ihr Sohn sei "fast zu höflich" im Umgang mit der Konkurrenz. Bei den TV-Debatten müsse er die anderen Bewerber öfter unterbrechen. "Ich habe mich beim Unterbrechen verbessert, Mutter", erwiderte Jeb Bush.

Bernie Sanders auf Aufholjagd

Viele Vertreter des republikanischen Establishments setzen mittlerweile auf Marco Rubio, um das ungeliebte Duo Cruz und Trump zu stoppen. Auch wenn der Senator aus Florida einst mit Unterstützung der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung gewählt wurde, erarbeitete er sich in Washington den Ruf eines relativ gemäßigten Konservativen. In der CNN-Umfrage lag er in New Hampshire bei 18 Prozent.

Bei den Demokraten sieht Clinton nach ihrem hauchdünnen Sieg in Iowa den landesweiten Vorsprung dahinschmelzen: In einer am vergangenen Freitag veröffentlichten Erhebung der Quinnipiac Universität kommt sie auf 44 Prozent, Sanders auf 42 Prozent. Im Dezember hatte die frühere Außenministerin noch mehr als 30 Prozentpunkte in Führung gelegen.

In einer Fernsehdebatte am Donnerstagabend ging Clinton ihren Kontrahenten hart an und warf ihm eine unrealistische Politik vor. Bei Sanders' Forderungen "geht die Rechnung einfach nicht auf", sagte sie. Wie der Senator sei auch sie eine "fortschrittliche" Politikerin, aber sie könne Dinge erledigen.

Quelle: n-tv.de

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