Politik
Abflug aus Washington: Das Wochenende wollte Trump auf einem seiner Golfplätze in New Jersey verbringen.
Abflug aus Washington: Das Wochenende wollte Trump auf einem seiner Golfplätze in New Jersey verbringen.(Foto: AP)
Sonntag, 01. Oktober 2017

Kein Dialog mit Nordkorea: Trump pfeift seinen Außenminister zurück

Was hat Donald Trump mit Nordkorea vor? In aller Öffentlichkeit fährt der US-Präsident seinem Außenminister in die Parade. Tillersons Bemühungen um eine diplomatische Lösung hält Trump für sinnlos. Stattdessen müssten die USA tun, "was getan werden muss".

US-Präsident Donald Trump hat Verhandlungen mit Nordkorea über das umstrittene Atom- und Raketenprogramm als Zeitverschwendung abgetan. "Ich habe Rex Tillerson, unserem wunderbaren Außenminister, gesagt, dass er seine Zeit mit dem Versuch verschwendet, mit dem kleinen Raketenmann zu verhandeln", schrieb Trump auf Twitter.

Trump bezeichnete Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un dabei wie schon zuvor in Anspielung auf dessen Raketenprogramm als "Raketenmann". Tillerson hatte zuvor in Peking erklärt, die USA stünden in Kontakt mit Nordkorea, um die Möglichkeit von Verhandlungen über das Atomwaffenprogramm auszuloten.

Neu ist, dass Trump den Kurznachrichtendienst nutzt, um seinem Außenminister in aller Öffentlichkeit Arbeitsanweisungen zu geben. "Spar dir deine Energie, Rex, wir werden tun, was getan werden muss", schrieb er wörtlich auf Twitter.

Indirekte Kriegsdrohung?

Was genau seiner Ansicht nach "getan werden muss", ließ Trump dabei offen. In den vergangenen Wochen hatte er Nordkorea wiederholt mit einem Militärschlag gedroht. In der US-Öffentlichkeit steht Trump derzeit verstärkt unter Druck. Angesichts der katastrophalen Lage im vom Hurrikan "Maria" schwer verwüsteten US-Außengebiet Puerto Rico werfen ihm Kritiker - darunter auch zahlreiche Prominente - vor, viel zu spät reagiert zu haben. Dazu kamen zuletzt harsche Verbalattacken des US-Präsidenten gegen Lokalpolitiker auf Puerto Rico.

Tillerson hatte am Samstag in Peking erklärt, die USA verfügten über eigene Kommunikationskanäle in das international weitgehend abgeschottete Land. Er wolle diese Kanäle nutzen, um die Bereitschaft der Führung in Pjöngjang zum direkten Dialog zu "sondieren". Später musste das US-Außenministerium eingestehen, dass es keine Anzeichen gebe, dass Nordkorea zu Gesprächen bereit sei.

Trump verbringt das Wochenende nach Angaben aus dem Weißen Haus nicht in der US-Hauptstadt. Er sei Freitagnachmittag mit der Präsidentmaschine in den bei New York gelegenen Bundesstaat New Jersey geflogen, heißt es, um sich auf einem seiner Golfressorts zu entspannen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen