Politik
(Foto: AP)
Freitag, 03. März 2017

"Ich glaube, es sieht gut aus": Trump präsentiert sich mit Bomberjacke

US-Präsidenten treten gern auf Flugzeugträgern auf – da ist Donald Trump keine Ausnahme. Ungewöhnlich ist allerdings, wie toll er sich dabei offensichtlich findet.

US-Präsident Donald Trump ist in Bomberjacke und mit Navy-Mütze auf einem Flugzeugträger aufgetreten. Der britische "Guardian" schrieb dazu mit ironischem Unterton, Trump habe versucht, "präsidialer" zu wirken. "Jetzt will er auch wie ein Oberbefehlshaber aussehen."

Ganz offensichtlich war Trump, der sich als junger Mann vor dem Militärdienst in Vietnam gedrückt hatte, von seinem eigenen Auftreten begeistert. Die ersten Sätze seiner Rede auf dem Flugzeugträger waren: "Danke, vielen Dank. Was für eine Ehre. Sie haben mir gerade diese schöne Jacke gegeben. Sie sagten, hier, Mr. President, bitte nehmen Sie dies mit nach Hause. Ich sagte, lasst mich das tragen."

Trump besuchte den Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford", der in diesem Jahr in Dienst gestellt werden soll. Bei seinem Auftritt trug er eine Mütze mit dem Emblem des Schiffes. Als er über die Mütze redete, sprach er im Plural von sich. "Wir haben eine tolle 'Make America Great Again'-Mütze, aber ich sagte, dies ist ein besonderer Tag, wir werden dies tragen. Richtig? Ich habe keine Ahnung, wie es aussieht, aber ich glaube, es sieht gut aus. Es ist eine toll aussehende Mütze – genau wie dies ein toll aussehendes Schiff ist."

In seiner Rede sicherte Trump dem Militär einen Ausbau der Streitkräfte, auch der Marine, zu. Die Navy sei heute so klein wie nie seit dem Ersten Weltkrieg, und das sei lange her.

Als junger Mann war Trump fünf Mal vom Militärdienst zurückgestellt worden - vier Mal, weil er studierte, einmal wegen eines Fersensporns. Er selbst nannte diese Krankheit später "geringfügig".

Jemen-Einsatz doch kein Erfolg

Unterdessen berichtete der Sender NBC, dass ein Bodeneinsatz von US-Spezialkräften im Jemen mit mehreren Toten doch keine wichtigen Erkenntnisse geliefert hat. Trump hatte am Dienstag vor dem Kongress gesagt, bei der Aktion sei "eine große Anzahl von Geheimdienstinformationen" gesammelt worden, "die zu vielen weiteren Siegen in der Zukunft gegen unsere Feinde führen werden". Unter den Toten bei dem Einsatz war auch ein US-Soldat.

Bei Trumps Rede vor dem Kongress hatte die Witwe des Soldaten neben Trumps Tochter Ivanka gesessen. Die Frau, Carryn Owens, war sichtlich bewegt, als sich der Präsident während der Ansprache an sie wandte. Trump nannte ihren Mann, William Ryan Owens, einen Helden und fügte hinzu, Verteidigungsminister James Mattis zufolge sei der Einsatz "hocherfolgreich" gewesen.

Dagegen fanden sich dem NBC-Bericht zufolge auf Computern, Handys und Festplatten, die bei der Aktion sichergestellt worden waren, bislang keine bedeutenden oder verwertbaren Informationen. Bei der ersten von Trump genehmigten Anti-Terror-Aktion war Beobachtern zufolge sehr viel schief gegangen. Neben Owens waren mehrere Zivilisten, darunter Kinder, ums Leben gekommen. Der Vater des getöteten Soldaten warf Trump vor, sich hinter seinem Sohn zu verstecken, um eine Ermittlung zu der Operation zu verhindern.

Quelle: n-tv.de

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