Politik
US-Präsident Donald Trump,
Russlands Außenminister Lawrow und der russische Botschafter Kisljak beim Treffen im Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump, Russlands Außenminister Lawrow und der russische Botschafter Kisljak beim Treffen im Weißen Haus.(Foto: picture alliance / Uncredited/Ru)

Bei Gespräch mit Lawrow: Trump soll Comey "Spinner" genannt haben

Es gibt neue Vorwürfe gegen den US-Präsidenten. Laut einem Bericht hat Trump den gefeuerten FBI-Chef einen "echten Spinner" genannt - und das in Gegenwart des russischen Außenministers. Problematischer könnte jedoch eine andere Äußerung sein.

Unmittelbar nach dem Abflug von US-Präsident Donald Trump zu seiner ersten Auslandsreise sind neue schwere Vorwürfe gegen ihn laut geworden. Bei einem Treffen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow in der vergangenen Woche habe der US-Präsident erklärt, der Rauswurf von FBI-Chef James Comey habe Druck aus den Ermittlungen wegen der angeblichen Verstrickungen des Trump-Wahlkampflagers mit Russland genommen, berichtete die "New York Times".

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"Ich habe gerade den Chef des FBI gefeuert", sagte Trump der "New York Times" zufolge im Oval Office des Weißen Hauses zu Lawrow und dem russischen US-Botschafter Sergej Kislyak. "Er war verrückt, ein echter Spinner", heißt es in einer Aufzeichnung des Gesprächs, das der Zeitung vorgelesen wurde. "Ich habe wegen Russland einen großen Druck verspürt. Der ist jetzt weg."

Kritiker werfen Trump vor, den FBI-Chef gefeuert zu haben, um die Ermittlungen wegen möglicher illegaler Russland-Kontakte seines Teams zu boykottieren.

Enger Mitarbeiter im Visier

Die "Washington Post" veröffentlichte zeitgleich einen Bericht, wonach bei den Russland-Untersuchungen nun auch ein enger Mitarbeiter Trumps aus dem Weißen Haus als "Person von Interesse" betrachtet werde.

Wegen der möglichen illegalen Russland-Kontakte des Trump-Wahlkampfteams hat sich inzwischen ein Sonderermittler eingeschaltet. Trump nannte die ganze Angelegenheit eine "Hexenjagd". Er bestreitet, dass es Absprachen zwischen seiner Wahlkampagne oder ihm selbst und Moskau gab.

Die Begründung für Comeys Rauswurf hatten vor Verwirrung gesorgt. Ursprünglich hatte das Weiße Haus ein Memo von Vizejustizminister Rod Rosenstein zitiert, das Comey schwere Verfehlungen im Umgang mit der E-Mail-Affäre von Trumps Wahlkampfrivalin Hillary Clinton angelastet hatte. Trump sagte dann aber später in einem Fernsehinterview, dass er die Entlassung Comeys unabhängig von Rosensteins Memo geplant habe, und nannte als Begründung die FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre.

Quelle: n-tv.de

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